PremiereMusiktheater

Reigen

Libretto von Luc Bondy nach dem gleichnamigen Drama von Arthur Schnitzler
In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln

Arthur Schnitzler verfasste 1897 unter dem Arbeitstitel Liebesreigen zehn Dialoge, zu denen er radikal sagte: «Etwas Unaufführbareres hat es noch nie gegeben.» Kein anderes Stück der Weltliteratur erregte einen solchen Skandal quer durch die Gesellschaftsschichten des Fin de siècle. Szene für Szene wird ein Partner ausgetauscht und so die Hand eines Begehrenden in die nächste gereicht.
Philippe Boesmans’ 1993 uraufgeführte Oper macht das Prinzip des Reigens musikalisch und nutzt jene Lücke, die Schnitzler auf der Bühne lässt: Wo der Dramatiker im Moment des «Zusammenseins» der jeweiligen Paare augenzwinkernd einen schwarzen Balken im Text notiert, vertont der Komponist die Leerstelle. Die Musik schildert, teils ironisch, die Unfähigkeit der jeweiligen Partner, über den reinen Geschlechtsakt hinaus zusammenzufinden. Aber auch andere Zwischentöne klingen an. Schnitzler behauptet mit Leichtigkeit den Verkehr zwischen den verschiedenen Gesellschaftsschichten entgegen aller Moralvorstellungen, Boesmans hingegen legt die Seelenzustände aufs Bitterste offen: Die Paare scheitern am Gegenüber, an sich und an den eigenen Vorstellungen, die der Partner zu erfüllen habe. In der Inszenierung von Markus Bothe treffen einsame Gestalten aufeinander, die sich in ihrer verzweifelten Suche nach einer Begegnung letztlich selbst verlieren.

«Die zehn Sängerinnen und Sänger vollbringen [ ... ] sängerische Glanzleistungen.»

Der Bund

«Das Berner Ensemble glänzt als Team, das von der Summe sehr überzeugender Einzelleistungen lebt.»

Blog für klassische Musik

«Der musikalische Ausdruck, die Intonation und die Diktion aller Sängerinnen und Sänger können nur als makellos bezeichnet werden. Mehr ist dazu nicht zu schreiben.»

deropernfreund.de