WiederaufnahmeSchauspiel

Orest

Nach Sophokles, Aischylos, Euripides. In einer Bearbeitung von John von Düffel

Schweizer Erstaufführung

In einer Bearbeitung von John von Düffel

Wir leben in einer Welt, in der wir unendlich viele Entscheidungen treffen können, ein Leben der Selbstbestimmung führen. Aber wie frei ist der freie Wille wirklich und welche Rolle spielt dabei das Schicksal? Im Falle von Orest, seiner Schwester Elektra, seiner Mutter Klytaimnestra und ihrem Geliebten Aigisth endet das wohl bekannteste antike Familiendrama in mörderischer Blutrache: Orest bringt seine Mutter und ihren Geliebten für den Mord an Vater Agamemnon um. Die Göttin Athene eilt zu Hilfe und bringt den antiken Griechen so die Rechtsprechung bei.

In Orest sind die Mitglieder der wohl bekanntesten antiken Familie, Jahrtausende und zahlreiche Adaptionen später, immer noch im Kreislauf ewiger Gewalt gefangen. Jeden Tag stellen sie aufs Neue ihre Geschichte nach und jedes Mal endet es mit einem Mord. Götter gibt es keine mehr. Heute gibt es nur die eigene Tat, die eigene Schuld und die Selbstverantwortung. Ohne Hoffnung auf Erlösung verlangt Orest zurecht, dass seine Geschichte weitererzählt wird. Vielleicht liegt darin eine Chance den Atridenfluch zu brechen.

Nach der Uraufführung von Jemandland in der Spielzeit 2018.2019 widmet sich die junge Regisseurin Sophia Aurich nun einem der ältesten Theaterstoffe überhaupt.

«Geschichte kann vielleicht auch umgeschrieben werden. Diese dringend nötige Aktualisierung gelingt Sophia Aurich bestechend und unterstützt durch das intensive Spiel des Schauspielquartetts.»

Berner Zeitung

«So schält Sophia Aurich den zeitlosen Kern aus dieser antiken Fabel und macht ihn für das heutige Publikum nachvollziehbar, ohne auf eine schnittige Poppigkeit zurückgreifen zu müssen.»

Der Bund

«Getragen wird die Aufführung vom feinen Spiel der vier Darsteller: Chantal Le Moign als Klytaimnestra und Helena, Stefano Wenk als Aigisthos und Menelaos und Marie Popall als Elektra. Außerordentliches leistet Gabriel Schneider als Orest. Selten noch ist ein Tragödienheld so rührend, so zart und so leise zusammengebrochen.»

Nachtkritik.de