Mats Staub

Mats Staub (*1972, Muri bei Bern, Schweiz) lebt und arbeitet in Berlin sowie an den Entwicklungsorten seiner Langzeitprojekte.

Studium der Theaterwissenschaft, Journalistik und Religionswissenschaft in Bern, Fribourg und Berlin; Arbeit als Journalist für verschiedene Publikationen (1996–2001) und als Dramaturg am Theater Neumarkt in Zürich (2002–2004); seit 2004 Entwicklung von Kunstprojekten im Spannungsfeld zwischen Theater und Ausstellung, Wissenschaft, Journalismus und Literatur.

Mats Staub ist ein Reisender in Sachen Erinnerung. Seine Langzeitprojekte erweitern sich von Ort zu Ort. So führte er beispielsweise in bislang vierzehn Städten mit mehr als dreihundert Menschen Gespräche darüber, was sie von ihren Grosseltern wissen. Die fortlaufend erweiterte Audio-Installation «Meine Großeltern | Erinnerungsbüro» wurde an unterschiedlichsten Institutionen gezeigt, u.a. am Theater Basel (2008), bei den Wiener Festwochen (2009), im Musée d’art moderne et contemporain in Genf (2010) und im Historischen Museum Frankfurt (2012).

In der Video-Installation «21 – Erinnerungen ans Erwachsenwerden» portraitiert er Menschen unterschiedlicher Generationen, wie sie sich ihre Erlebnisse aus der Zeit vergegenwärtigen, als sie 21 Jahre alt waren; diese Installation wird ebenfalls von Stadt zu Stadt erweitert und immer wieder erneuert präsentiert, u.a. im Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt (2012), im Museum für Kommunikation Bern (2013), am Kunstfest Weimar (2014), bei den Wiener Festwochen (2015) und beim Internationalen Dokumentarfilmfestival Encounters in Cape Town (2017).

Mit Anna Papst begann er erstmals 2012 für das Langzeitprojekt «Zehn wichtigste Ereignisse meines Lebens» zusammenzuarbeiten und 2015 entwickelten sie gemeinsam das das Format Reportage fürs Theater. Die erste Reportage «Ein Kind für alle» (UA November 2015 in Zürich im Theater an der Winkelwiese), die auch im Schlachthaus Theater Bern zu sehen war, ist immer noch auf Tournee und stand auf der Shortlist des Schweizer Theatertreffens.