Premiere 18. Dezember 2010
Schweizer Erstaufführung
Parzival
Von Lukas Bärfuss - Nach dem Versroman von Wolfram von Eschenbach
>>weitere Vorstellungen in der Spielzeit 2011/2012<<
Das Stück
Ein Knabe wächst im Wald auf, man kann auch sagen: in einer Einöde. Seine Mutter enthält ihm die Welt vor, belügt ihn über Gestalt und Gesetz der Wirklichkeit und bringt ihm bei, was man zu tun und zu lassen hat: Sprich nicht zu viel und quäle die Herren nicht mit deinen Fragen! Herangewachsen verlässt er seine Mutter und irrt durch die Welt. Unterwegs trifft er auf unterschiedliche Menschen. Er kämpft, tötet, weiss nicht weiter und geht trotzdem immer vorwärts. Parzival durchlebt neben Abenteuern auch extreme persönliche Konfliktsituationen und wird – aus Unkenntnis oder aufgrund von Fehlinterpretationen von Aussagen und Situationen – immer wieder selbst schuldig. Doch gerade er, der über lange Jahre hinweg die Folgen seines Fehlverhaltens ertragen muss, erlangt am Ende die Gralsherrschaft. Die Parzival-Dichtung Wolframs von Eschenbach gehört zu den bedeutendsten literarischen Texten des deutschen Mittelalters. Lukas Bärfuss – derzeit einer der profiliertesten Schweizer Autoren im deutschen Sprachraum, dessen Stücke auch am Stadttheater Bern zu sehen waren – hat das Versepos bearbeitet und eine eigene, neue Fassung geschrieben, in welcher die Suche nach Erkenntnis und der Versuch, sich in der Welt zurecht zu finden, im Zentrum stehen.
Den Flyer als PDF zum Ausdrucken oder Weiterschicken, finden Sie hier.
Besetzung
Inszenierung: Matthias Kaschig
Bühne: Michael Böhler
Kostüme: Sandra Klaus
Musik: Philipp Ludwig Stangl
Parzival: Milva Stark
Sigune, Ginover, Cundrie, Knappe: Henriette Cejpek
Carnac, Jeschute, Conduiramour: Marianne Hamre
Segramors, Orilus, u.a.: Jonathan Loosli
Herzeloyde, Cunneware, Anfortas: Marcus Signer
Trevrizent, Keye, Page, u.a.: Lukas Turtur
Ither, Liase, Klamide, u.a.: Diego Valsecchi
Artus, Gurnemanz, Schionatulander, u.a.: Andri Schenardi
Pressestimmen
„Grandios lässt Milva Stark ihren Parzival wechselweise rührend tölpelhaft, unwissend und unbedarft oder als kraftstrotzendes Energiebündel erscheinen.“
— Anne-Sophie Scholl, Berner Zeitung, 20.12.2010
„Wenn schon der Narr zum Schwert greift, dann ist was faul im Artus-Staat. Das System Tafelrunde wird in der Schweizer Erstaufführung des «Parzival» von Lukas Bärfuss als verkehrte Welt enttarnt. Im roten Ritter steckt eine Frau, seine Einfalt ist eine tödliche Waffe, und die heilige Gralssuche ein höllischer Komödienspass. (…). Lukas Bärfuss, der unangefochten beste und beständigste Schweizer Dramatiker der Gegenwart, hat das epische Vorbild für grosse Opern und panoptische Dramen (Tankred Dorst) erheblich gerafft. Seine Fassung besteht aus lauter Schlüsselszenen. Regisseur Matthias Kaschig - ein Name, den man sich merken darf - kostet das komische Potenzial der Dialoge bis zur Neige aus.“
— Stephan Reuter, Basler Zeitung, 20.12.2010
„Langweilig wird es auch diesmal nicht. Unter Kaschigs Regie wird Parzival endgültig zum zeitlosen Fall, und Mittelalter ist nur noch, was die Generation Playmobil schon kennt - es gibt eine Rüstung und ein Schwert, es geht um Ehre und den Gral.“
— Daniel Di Falco, Der Bund, 20.12.2010
„Aus dem monumentalen Epos über Ritterlichkeit, Erziehung, Bewährung und Erleuchtung hat (Lukas Bärfuss) jene Episoden herausgebrochen, die ihn interessieren, und sie neu vertextet, in einer Sprache, die knapp ist und in ihrer Bildhaftigkeit immer wieder betörend.“
— Daniel Di Falco, Tagesanzeiger, 20.12.2010
„Regisseur Matthias Kaschig und Bühnenbildner Michael Böhler haben die Berner Vidmarhalle mit Baufolie ausgekleidet und gewässert. So wird die Welt, die unberührte und die zivilisierte, zu einer einzigen weiten Schlammpfütze - ein treffendes Bild. (…) Milva Stark spielt einen Ritter ohne Furcht, ohne Scham, ohne Regeln.“
— Stephan Reuter, Aargauer Zeitung, 20.12.2010
„Konsequent verzichtet dieses Drama mit seiner zupackenden Sprache auf Trost, Verwandlung oder gar Verklärung. Stattdessen setzt es auf das Prinzip Negation.“
— Beatrice Eichmann-Leuenberger , NZZ , 22.12.2010
Vorstellungen
21.12.2010, 19.30–21:30 Uhr, Vidmar:1
02.01.2011, 18.00–20:00 Uhr, Vidmar:1
04.01.2011, 19.30–21:30 Uhr, Vidmar:1
07.01.2011, 19.30–21:30 Uhr, Vidmar:1
15.01.2011, 19.30–21:30 Uhr, Vidmar:1
27.01.2011, 19.30–21:30 Uhr, Vidmar:1
04.02.2011, 19.30–21:30 Uhr, Vidmar:1
19.03.2011, 19.30–21:30 Uhr, Vidmar:1
10.04.2011, 18.00–20:00 Uhr, Vidmar:1
-ZUM LETZTEN MAL in dieser Saison-
>>weitere Vorstellungen in der Spielzeit 2011/2012<<














