Premiere 4. Oktober 2008

Johann Strauss /
Die Fledermaus
Komische Operette in drei Akten

Libretto von Richard Genée nach der Komödie „Le Réveillon“ von Henri Meilhac und Ludovic Halévy
in der deutschen Bearbeitung von Karl Haffner
Uraufführung 1874 in Wien

Das Stück

„Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist!“ – welch ein alles umschliessendes Lebensmotto, auf der Bühne klingend vollzogen und im Zuschauerraum verständnisvoll angenommen. Wenn noch ein ebenso aussagekräftiges wie hymnisch vorgetragenes „duidu, duidu, lalalalala“ folgt, ist zwar nicht alles klar, zumindest jedoch, dass es sich um die erfolgreichste Operette der Gattungsgeschichte handelt: Johann Strauss’ „Die Fledermaus“. Nicht alle Menschen werden gleich Brüder, aber „Brüderlein und Schwesterlein“ fallen sich in die Arme, Tanz, Champagner, und Ball-Stimmung führen zur Illusionen des Geistes und zur erotischen Aufladung der Gefühle. Das Leben ist zuweilen ein Spiel, und dieses endet nach glückseliger Ermattung häufig – so auch diesmal – mit Ernüchterung und Katzenjammer am nächsten Morgen. Der bürgerlichen Salonkomödie am Weihnachtsabend im 1. Akt folgt im 2. Akt die Festrevue in Maske mit Menschheits-verbrüderung, bevor der Schlussakt mit buchstäblichem Morgen-Grauen und Gefängnis endet. Zwischen Weltausstellung, Börsenkrach und Amüsierwut sind die Notwendigkeiten der alltäglichen Ablenkung vom realen Leben nur der Bezeichnung nach heute andere als damals. Das Phänomen Operette scheint auch im unbezwingbaren Wunsch zu bestehen, wenigstens im Schein dem belastenden und lästigen Sein für eine Nacht zu entfliehen, im „Feuerstrom der Reben“ und im Champagner der Gefühle zu baden – mit dem unvermeidlichen Kater des nächsten Morgens vor Augen.

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Besetzung

Musikalische Leitung: Srboljub Dinić, Dorian Keilhack
Inszenierung: Bernd Mottl
Choreographie: Götz Hellriegel
Bühne: Friedrich Eggert
Kostüme: Nicole von Graevenitz
Choreinstudierung: Lech-Rudolf Gorywoda

Gabriel von Eisenstein: Robin Adams, Matthias Grätzel
Rosalinde: Arpiné Rahdjian, Fabienne Jost
Frank, Gefängnisdirektor: Richard Ackermann
Prinz Orlofsky: Claude Eichenberger, Stefanie Schaefer
Alfred, Gesangslehrer: Andries Cloete
Dr. Falke, Notar: Paul Armin Edelmann, Peter Edelmann, Steffen Kubach
Dr. Blind, Advokat: Rolf Scheider, Martin Zysset (November)
Adele, Stubenmädchen: Anne-Florence Marbot
Ida, Adeles Schwester: Nina Jaksic
Frosch, Gefängnisdiener: Hans-Peter Ulli

Chor des Stadttheaters Bern
Berner Symphonieorchester

Ballett des Stadttheaters Bern

Pressestimmen

„Für Rasse und Klasse sorgen das Berner Symphonieorchester und Dirigent Srboljub Dinic. Die moussierende Walzerseligkeit perlt flott, die Qualität überzeugt.“
— Svend Peternell, Berner Zeitung, 06.10.2008

„Robin Adams erweist sich stimmlich wie darstellerisch als Idealbesetzung für den prahlerischen und selbstverliebten Eisenstein. Vom grossspurigen Verführer über den rasenden Rächer bis zum tragischen Verlierer gewinnt er seinem Bariton zahlreiche Facetten ab, die in jedem Moment überzeugen. Eine ebenbürtige Partnerin findet er in Arpiné Rahdjian als seiner Frau Rosalinde. Mit edlem und voll klingendem Sopran dominiert sie den vokalen Part der Operette und begeistert das Publikum.“
— Daniel Allenbach, Der Bund, 06.10.2008

„Im Stadttheater Bern wurde bewiesen, dass Johann Strauss' «Die Fledermaus» mit schlüssigem Konzept auch heute noch zu begeistern vermag. Vor diesem Hintergrund spürt man, wie ernst das Berner Fledermaus-Team das Genre Operette nimmt, nicht krampfartig aktualisiert, sondern mit Witz, Anspruch und Sozialkritik süffig und modern inszeniert.“
— Silvia Rietz, Mittelland Zeitung, 06.10.2008