Wolfgang Amadeus Mozart /
Cosi fan tutte

Das Stück

«Così fan tutte» erprobt das Fremdgehen fast schon im Sinne eines Menschenexperiments: Ein älteres, durch das Leben zynisch gewordenes Paar zwingt zwei junge Liebespaare durch die Himmel und die Höllen des Fremdgehens. Die Männer sind die Wissenden, mit den Frauen wird gespielt. Die Männer spielen die Gefühle, die Frauen leben sie. Aber alle Gefühle werden enttäuscht, zugleich neue entdeckt, die Liebe in neuen Formen erprobt. Im 19. Jahrhundert wagte man dieses radikale Stück – obwohl es vom verehrten Mozart stammte – lange Zeit nicht in der Originalfassung auf die Bühne zu bringen. Komplizierteste Neuhandlungen wurden kreiert, um dem Publikum diese Mischung von Frivolität und Zynismus nicht zumuten zu müssen. Heute wissen wir, dass die Oper etwas vom Persönlichsten und Intensivsten ist, was Mozart je komponierte. Nie sonst hat er so direkt sein eigenes Leben und das seiner Sängerinnen und Sänger auf die Bühne gebracht.

Das Opernstudio der Hochschule der Künste Bern bringt «Così» teilweise in einer neuen Bearbeitung für Blechbläser auf die Bühne. Regie wie Dramaturgie reflektieren die komplexe Rezeptionsgeschichte und machen die Oper über das Fremdgehen auf diese Weise selber zum Fremdgang

Billette und Infos unter www.biennale-bern.ch.

Besetzung

Musikalische Einstudierung: Franco Trinca, Pawel Mazurkiewicz
Inszenierung: Jörg Behr
Bühne, Kostüme: Sabina Moncys