Premiere 25. April 2009
Ich ersehne die Alpen; So entstehen die Seen
Von Händl Klaus
Schweizer Erstaufführung
Das Stück
Unten im Tal ein Sehnsuchtsmonolog. Während Olivia in ihrer sommerheissen Dachkammer liegt und zu fiebern scheint, träumt sie von der „geräumigen Kühle“ der Alpen. Eine letzte Vision, in der klaren Kälte der Berge, dem Leiden am Leben zu entfliehen. Oben in den Bergen: Ein einsamer Wanderer stolpert über einen Toten, den das schmelzende Eis freigegeben hat. Er bleibt nicht allein, denn das Tauwasser schwemmt weitere Leichname an. In der Hitze die Sehnsucht nach dem Tod, in der kühlen Höhenluft die Toten, die die Sonne aus Eiseskälte schmilzt.
Händl Klaus’ Monologe beziehen sich vielfach aufeinander, spiegeln Motive, verweisen aufeinander. Sie sind filigrane Sprachkunstwerke, in denen die Berge als sinnstiftende Metapher fungieren. Wortgewaltig führt der Autor den Zuschauer in schwindelnde Höhen und nahe an den Rand des Abgrundes. Nach „Holla“ am letztjährigen Autorenspektakel ein weiteres Stück des am Bielersee wohnhaften sprachvirtuosen österreichischen Dramatikers.
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Besetzung
Inszenierung: Patric Bachmann
Bühne: Romy Springsguth
Kostüme: Susanne Schwarzer
Musik: Philipp Ludwig Stangl
Mit: Henriette Cejpek, Heiner Take
Pressestimmen
„Das Stadttheater zeigt ‚Ich ersehne die Alpen; So entstehen die Seen’ von Händl Klaus im Rahmen des Festivals Auawirleben als Schweizer Erstaufführung. Paranoisch, poetisch - und seltsam beglückend.
“
— Oliver Meier , BZ, 27.04.2009
„Für sein Bühnendebüt ‚Ich ersehne die Alpen; So entstehen die Seen’ hat der 1969 bei Innsbruck geborene (Theater-)Autor Händl Klaus zwei aneinander gespiegelte Monologe verschränkt. (…) blitzt da abermals jene flirrende Sprachkraft auf, die bei Händl Klaus stets das Doppeldeutige und Verstörende des auch definitiven Verschwindens mit sich führt.
“
— Roland Erne, MZ, 27.04.2009
„Der poetische Theatertext des gefeierten österreichischen Dramatikers erhält in Patric Bachmanns Inszenierung den nötigen Raum und kommt in Heiner Takes gewandter Interpretation wunderbar ins Schwingen.“
— Simone von Büren, Der Bund, 28.04.2009