Premiere 16. Mai 2009

Verlorene Paradiese / Paradise Lost
Kurze Stücke für das Stadttheater Bern

Das Stück

Nach dem ersten grossen Autorenspektakel zum Thema „Fremdsein“ vergibt das Stadttheater in der neuen Spielzeit Kurzstückaufträge zum Spielzeitthema „Verlorene Paradiese“.

Lola Arias Frauen aus drei Generationen bleibt nur das Zwiegespräch mit dem Haustier. Mit Stolz, Melancholie und Selbstironie versuchen sie einen Umgang mit dem Erwachsenwerden, der Flucht aus der Familienroutine und dem Gedächtnisverlust zu finden. Vanessa Badham verweist in die Welt zweifelhafter Medienprominenz, in der sich alles um Geld dreht und nichts echt ist. In Odile Cornuz «Einbruch» versuchen drei Frauen Verlusterfahrungen zu bewältigen – materielle, spirituelle, physische - während ein Mann als Börsenmakler ein Vermögen gemacht hat. Daniela Janjic erzählt die Begegnung zweier Cousinen, deren Kindheitsgeschichte durch das Trauma des Krieges und die Trennung der Familie überschrieben wird. Rebekka Kricheldorfs Sprechoper zeigt 17 Momentaufnahmen von vier sich ständig neu definierenden Figuren, deren Lust auf Selbsterkenntnis nur zur Selbstauflösung in der Fiktion und zur Selbstvergewisserung in der Utopie führen kann. Ivana Sajko zeichnet ein multiperspektivisches Gleichnis, in dem sich die Bilder der Genesis mit apokalyptischen Kriegsbildern der Gegenwart überlagern, ein Spiel, wo die Trennung zwischen Freund und Feind, Erzähler und Spieler, innen und aussen aufgehoben wird. Die Menschen in Gerhild Steinbuchs Stück befinden sich im Spannungsfeld zwischen Gegenwartsflucht und Wirklichkeitsverneinung: ein Vater sperrt seinen Sohn weg, um seine Autonomieversuche zu verhindern, eine Mutter muss für ihren Sohn ihr verwelktes Gesicht übermalen und ein Mann macht mit seinem fliegenden Boot eine Bruchlandung bei der Frau seiner Träume. In Sabine Wen-Ching Wangs «Corea» teilen ein Frau und ein Mann ein Bett und ein Zimmer, ohne voneinander zu wissen. Ein Missgeschick führt zur Begegnung dieser verlorener Existenzen, die so plötzlich aus der Anonymität herausgerissen werden.

Die Stücke werden am 16. Mai 2009 an einem Uraufführungsmarathon in Vidmar:1 gezeigt. Danach bleiben die Stücke im Repertoire des Stadttheaters.

A-Vorstellungen:
An diesen Abenden zeigen wir Ihnen sämtliche 8 Stücke.
B-Vorstellungen: An diesen Abenden zeigen wir Ihnen jeweils eine Auswahl von ca. vier Stücken (Stückwahl siehe Vorstellungsdatum).

Den Flyer als PDF zum Ausdrucken oder Weiterschicken, finden Sie hier.

Besetzung


Lola Arias: Musik für Tiere
Regie: Jan Stephan Schmieding 
Kostüme: Susanne Schwarzer 
Dora: Heidi Maria Glössner
Lisa: Friederike Pöschel
Lena: Nuria Sànchez

Vanessa Badham: Leben und Tod von D-Star K
Regie: Katharina Ramser 
Kostüme: Stefanie Liniger & Verena Kopp 
Video: Tom Bernhard
Daniel North aka D-Star K: Sebastian Edtbauer
Lola Valente: Isabelle Stoffel
Marcus Kramm: Gunter Kaindl
Arzt: Ernst C. Sigrist
Moderatorin / Israelisch Ärztin: Sabine Martin
Mädchen: Lucy Wirth
Curt Miller: Jonathan Loosli

Odile Cornuz: Einbruch
Regie: Markus Bauer
Kostüme: Verena Kopp 
Irena: Sabine Martin
Veronique: Friederike Pöschel
Gloria: Suly Röthlisberger
Andrew: Heiner Take

Daniela Janjic: Durch Geister fahren
Regie: Max Merker
Kostüme: Anna Bucher
Anna: Lucy Wirth
Ines: Isabelle Stoffel 

Rebekka Kricheldorf: Mechanische Tiere
Regie: Phil Hayes
Kostüme: Romy Springsguth 
Mit: Henriette Cejpek, Milva Stark, Gunther Kaindl, Andri Schenardi

Ivana Sajko: Szenen mit Apfel
Regie: Dora Schneider
Kostüme: Anna Bucher 
Mit: Milva Stark, Lukas Turtur

Gerhild Steinbuch: Angst obs wer merkt
Regie: Philipp Becker
Kostüme: Susanne Schwarzer & Romy Springsguth 
Grete: Heidi Maria Glössner
Gretes Sohn: Jonathan Loosli
Meister: Ernst C. Sigrist
Kai: Andri Schenardi
Sam: Diego Valsecchi

Sabine Wen-Ching Wang: Corea
Regie: Susanne Heising
Kostüme: Stefanie Liniger
Luz: Suly Röthlisberger
John: Sebastian Edtbauer
Helen: Henriette Cejpek 

Künstlerische Leitung: Erich Sidler
Bühnenbild: Christoph Wagenknecht 
Stückentwicklung: Erik Altorfer, Karla Mäder, Erich Sidler

Pressestimmen

„Mal trist, mal charmant, mal herrlich hysterisch: Am Samstag ist in den Vidmarhallen der Kurzstückmarathon zum Thema ‚Verlorene Paradiese’ über die Bühne gegangen. Ein gelungener Kraftakt in einer bizarren Szenerie.“
— Oliver Meier, BZ, 18.05.2009

„Einen idealen Rahmen hat Christoph Wagenknecht für das performanceartige achtstündige Happening mit acht Uraufführungen gezimmert, das sich das Theater aus den Rippen geschnitten hat, wie der Berner Schauspielchef Erich Sidler sagt. Denn budgetmässig läge ein solches Spektakel eigentlich gar nicht drin.“
— Brigitta Niederhauser, Der Bund, 18.05.2009

„Christoph Wagenknecht hat als szenischen Rahmen einen eindrücklichen Bühnenraum geschaffen. Die Spielfläche ist ein riesiges, knöchelhoch gefülltes Bassin. Links ragt ein Podium wie eine Insel aus dem Wasser. Es ist mit Dutzenden von Fernsehern vollgestellt. Weitere Bildschirme hängen am Bühnenhimmel und zeigen nach Bedarf Videoaufnahmen.“
— Fredi Ziltener, SDA, 18.05.2009

„Fast das gesamte Berner Ensemble und einige Gäste trugen den Theater-Marathon und boten eine insgesamt sehr überzeugende Leistung. Das Premierenpublikum dankte ihnen und allen anderen Beteiligten mit sehr herzlichem Schlussapplaus.“
— SDA (Bieler Tagblatt), 18.05.2009

„Das Stadttheater beendet seine Schauspielsaison mit einem Theaterspektakel. Unter dem Titel ‚Verlorene Paradiese’ hat es acht Stücke an acht Autorinnen aus der Schweiz, Argentinien, Australien, Kroatien, Österreich und Deutschland in Auftrag gegeben. Entstanden sind Texte, die sich alle in irgendeiner Weise mit Verlust und Sehnsucht befassen. Inszeniert wurden die rund 45-minütigen Aufführungen von jungen Regisseurinnen und Regisseuren.“
— Simone Tanner, Berner Kulturagenda, 21.05.2009

Vorstellungen

20.06.2009, 15:00–22:45 Uhr, Vidmar:1 Billette

A-Vorstellung. Stückreihenfolge: Durch Geister fahren, Musik für Tiere, Szenen mit Apfel, Leben und Tod von D-Star K, Einbruch, Angst obs wer merkt, Corea, Mechanische Tiere