Premiere 10. Januar 2009
Endstation Sehnsucht
Schauspiel von Tennessee Williams
Das Stück
„Elysische Gefilde“ lautet die Adresse einer Zweizimmerwohnung in einemheruntergekommenen Stadtteil von New Orleans. Bewohnt wird sie von Stanley Kowalski, einem polnischen Einwanderer und seiner Frau Stella, die aus einer alten Südstaaten-Familie stammt. Die Ehe der beiden wird durch eine starke erotische Anziehung zusammengehalten, die sich aber mit dem plötzlichen Auftauchen von Stellas Schwester Blanche als fragile Decke über den Konflikten erweist, die aus ihrer unterschiedlichen sozialen Herkunft entstehen. Blanche ist im handfest proletarischen Milieu der „Elysischen Gefilde“ wie eine exotische Blume, die den Duft längst vergangener Zeiten verströmt. Sie kann den Verlust der aus Geldnot verkauften Familienplantage „Belle Rêve“ nicht verwinden und nervt Stanley mit ihrem Bemühen, in der engen Wohnung der Kowalskis den Lebensstil des alten Südens einzuführen. In der brütenden Hitze New Orleans‘ eskaliert der Konflikt. Brutal entlarvt Stanley Blanche als alkoholabhängige Nymphomanin, die in ihrer Heimatstadt den Job als Lehrerin verloren hat. Die Strassenbahn namens Sehnsucht, deren Geräusche den Rhythmus des Stückes bilden, ist an der Endhaltestelle angekommen, und Williams Figuren entfernen sich nach dem Aussteigen in unterschiedliche Richtungen.
Dauer: ca. 2 Stunden 30 Minuten - eine Pause
Einen Radiobeitrag zum Stück finden Sie hier.
16.12. 2008: Kostprobe zu Endstation Sehnsucht Werkeinführung und Probenbesuch
18:30 – 19:30 Uhr, Vidmar:1
Eintritt frei
Den Flyer als PDF zum Ausdrucken oder Weiterschicken, finden Sie hier.
Besetzung
Inszenierung: Ingo Kerkhof
Bühne, Kostüme: Anne Neuser
Musik: Philipp Ludwig Stangl
Stanley Kowalski: Jürgen Hartmann
Mitch: Heiner Take
Stella: Lucy Wirth
Blanche: Marianne Hamre
Eunice: Friederike Pöschel
Steve: Diego Valsecchi
Junger Mann: Andri Schenardi
Arzt: Patric Bachmann
Krankenschwester: Sabine Martin
Pressestimmen
„Berühmt geworden, nicht zuletzt durch den Film mit Marlon Brando, sind die Passagen, in denen der grobe Kowalski nach seiner sanften Frau Stella schreit. Sie verweisen auf das, was das ungleiche Paar zusammenhält, nämlich die geradezu animalische Erotik. Am Film hat sich Ingo Kerkhof bewusst nicht orientiert.
“
— Helen Lagger , BKA, 07.01.2009
„Das Berner Stadttheater zeigt in den Vidmarhallen Tennessee Williams' ‚Endstation Sehnsucht’, inszeniert von Ingo Kerkhof. (…) Fantastisch: Marianne Hamre stürzt als Blanche unheimlich gut ins Verderben. (…) Als Darstellerin der strauchelnden Blanche ist sie grossartig.
“
— Peter Steiger , Berner Zeitung, 12.01.2009
„Für diese ungewohnte Stimmung hat Philipp Ludwig Stangl mit einer Musikinstallation (…) eine raffinierte Geräuschkulisse geschaffen: Die flüchtig-schöne Toncollage aus leisem Zuggrollen, Blechdosengeraune, einem schwülen Regentropfen-Prélude und den Zuversicht verströmenden Takten eines New Orleaner Begräbnisses bewirkt, dass die Dramatik von Williams hochexplosivem Stoff unaufhaltsam abblättert.
“
— Brigitta Niederhauser , Der Bund, 12.01.2009