Premiere 16. Oktober 2008
Ebenda – Ein Gedächtnistheater
Projekt von Christian Probst, Regie. Lukas Bärfuss, Dramaturgie zu Albrecht von Haller
Uraufführung
Das Stück
Die Erinnerung an das Einstein-Jahr ist kaum verblasst, schon feiert Bern einen weiteren berühmten Sohn der Stadt: Albrecht von Haller, geboren am 16. Oktober 1708 ebenda. Albrecht von Haller, so geht die Anekdote, schrieb nach einem Sturz, um zu prüfen, ob sein Gedächtnis gelitten habe, die Namen aller Flüsse auf, welche an der Westküste von Amerika ins Meer fallen. Eine für den Arzt Haller typische, experimentelle, ja medi-zynische Art der Selbstvergewisserung, die sogar vor seinem eigenen Tod nicht Halt machte – so soll er sich noch bis zum letzten Moment selber den Puls gemessen haben, um mit den Worten „Ich sterbe, der Puls geht nicht mehr…“ in die Gefilde einzutreten, aus denen er jetzt wieder auferstehen soll.
Der renommierte Berner Autor Lukas Bärfuss und der Regisseur Christian Probst prüfen Albrecht von Haller minutiös: Was fasziniert heute noch an Albrecht von Haller, wenn wir uns anlässlich seines 300. Geburtstages mit ihm beschäftigen? Rechtfertigen Hallers Leben und Werk die Auseinandersetzung? Zentral in der Betrachtung sind unser Verhältnis zu Ehre und Ruhm und die Furcht vor dem Vergessen: eine interessierte Spurensuche nach dem dramatischen Potential des Literaten und Naturwissenschaftlers.
Kostprobe:
Donnerstag, 9. Oktober 08, 18.30 Uhr im Foyer des Stadttheaters, Eintritt frei
Besetzung
Regie: Christian Probst
Dramaturgie: Lukas Bärfuss
Bühne: Christoph Wagenknecht
Musik: Simon Hostettler
Mit: Doro Müggler, Andri Schenardi, Marcus Signer, Ernst C. Sigrist, Diego Valsecchi, Klaus Knuth
Musiker:
Misa Stefanovic (1. Violine)
Sibylla Leuenberger (2. Violine)
Alejandro Mettler (Viola)
Bruno Fischer (Violoncello)
Die Theaterproduktion wurde ermöglicht durch die Zusammenarbeit mit der Albrecht von Haller-Stiftung der Burgergemeinde Bern. Gedankt sei der Ursula Wirz-Stiftung und der Ernst Göhner Stiftung für ihre grosszügige Unterstützung.
Pressestimmen
„Ebenda – Ein Gedächtnistheater von Lukas Bärfuss und Christian Probst mokiert sich über den Jubiläumskult um Albrecht von Haller. Auf der Bühne zeigt sich der Dichter und Denker von seiner skurrilen Seite.“
— Helen Lagger, Berner Zeitung, 18.10.2008
„Die Textcollage von Lukas Bärfuss und Christian Probst hat eindrückliche Momente. Etwa, wenn die Schauspieler Hallers botanisches Lexikon im Chor vortragen.“
— Frank Gerber, Blick, 18.10.2008
„Die Festredner sprachen von einem epochalen Geist und einem zeitlosen Beispiel. Er selber sprach von seiner Harnblase. Vorgestern, an seinem 300. Geburtstag, ist Albrecht von Haller vom Sockel gestiegen.“
— Daniel Di Falco, Der Bund, 18.10.2008
„Der Greis bleibt allein zurück und beschreibt mit wachsendem Furor und in allen Details seine Harnprobleme. Die Komik des Absurden. Knuth macht das wunderbar. “
— Peter Müller, Tages Anzeiger, 18.10.2008