Premiere 2. November 2008

Kylián / Armitage / Marston
Dreiteiliger Ballettabend

Das Stück

No More Play (Schweizer Erstaufführung)
Choreographie, Bühne, Kostüme: Jiří Kylián
Musik: Anton Webern, Fünf Sätze für Streichquartett op. 5 (1909)
Licht: Joop Caboort

Der tschechische Choreograph Jiří Kylián ist einer der innovativsten und erfolgreichsten Choreographen der zeitgenössischen Tanzszene. Er benutzt immer klassische Tanzformen als Basis seines freien und assoziativen Stils, in dem sich Vitalität mit grossem Gefühl für die Musik paart. No More Play hat Kylián 1988 für fünf Tänzer des Nederlands Dans Theater kreiert. Kyliáns ursprüngliche Inspiration für dieses Stück kam von einer kleinen Statue des Schweizer Bildhauers Alberto Giacometti: ein einfaches, formloses Brettspiel mit Holzspänen und Kerben sowie zwei Holzstückchen, die an menschliche Figuren erinnern, bei dessen Betrachtung man zum Teilnehmer an einem Spiel wird, dessen Regeln lange vergessen sind. Anton Weberns Fünf Sätze für Streichquartett op. 5, in einer Aufnahme des Quartetto Italiano, sind die zwingende Basis, auf der die Choreographie aufbaut. Musik und Bewegung werden zu einer Einheit, indem die Tänzer weich und präzise die musikalischen Ausbrüche aufnehmen.

Between the Clock and the Bed (Uraufführung)
Choreographie: Karole Armitage
Musik: Leoš Janáček, Suite für Streichorchester (1877)
Bühne, Kostüme: Julia Hansen
Licht: Jon Clarke

Karole Armitage wuchs in den Vereinigten Staaten von Amerika auf und besitzt inzwischen sowohl einen amerikanischen als auch einen Schweizer Pass. In die Schweiz kam sie 1973 als Tänzerin zu Balanchines Genfer Ballett, wo sie u.a. Meisterwerke wie „Agon“ und „Die vier Temperamente“ tanzte. Später ging Armitage zur Cunningham Company in New York, wo sie bald auch als Choreographin zu arbeiten begann. 1981 ernannte die Zeitschrift Vanity Fair sie zur „Punk-Ballerina“, zu einer Zeit, in der sie begann, mit so unterschiedlichen Prominenten wie den Tänzern Baryschnikow und Nurejew, dem Modeschöpfer Jean-Paul Gaultier, der Popsängerin Madonna und dem Komponisten György Ligeti zusammenzuarbeiten. Einige Jahre leitete sie das Ballett in Florenz, bevor sie nach New York zurückkehrte und dort ihre eigene Company aufbaute – Armitage Gone! Der Titel ihrer ersten Choreographie für das Ensemble war „Drastic Classicism“ – eine immer noch gültige Beschreibung ihres Stils, der weiterhin im klassischen Ballett verankert ist.

Libera me (Uraufführung)
Choreographie: Cathy Marston
Musik: Igor Strawinsky, Requiem Canticles (1966)
Bühne, Kostüme: Julia Hansen
Licht: Jon Clarke

In ihrem ersten Jahr als Leiterin des Bern:Balletts hat sich Cathy Marston vor allem mit literarisch inspiriertem Erzählballett vorgestellt. In ihrem ersten Beitrag zur neuen Spielzeit zeigt sie eine andere Farbe ihres choreographischen Ausdrucksrepertoires: Sie wird ihre Bewegungsfantasie instinktiv auf die Musik von Strawinskys „Requiem Canticles“ reagieren lassen.

Besetzung

Pressestimmen

„Der Orchesterballettabend im Stadttheater Bern zeigt ein vielfältiges Spektrum des modernen Tanzes: In drei völlig unterschiedlichen Choreographien läuft das starke und wandelbare Ballettensemble zu Hochform auf. “
— Sylvia Mutti, Berner Zeitung, 04.11.2008

„In seinem ersten Abend der neuen Spielzeit brachte das 13-köpfige Berner Ballettensemble ein dreiteiliges Programm in unterschiedlichen Tanzsprachen auf die Bühne und zeigte sich zum Saisonbeginn von seiner besten Seite: Die international zusammengesetzte Truppe agierte dynamisch, verwandlungsfähig und technisch äusserst versiert. “
— Marianne Mühlemann, Der Bund, 04.11.2008

„Cathy Marston geht in Bern in ihre zweite Saison, ihre junge klassisch versierte Kompanie ist ein gutes Stück weit zusammengewachsen. Nach den schrägen Tanztheater-Provokationen ihres Vorgängers Stijn Celis kann sich das Berner Publikum wieder an formbewussten, abstrakten Bewegungsspielen und den expressiven Handlungsballetten der britischen Choreographin erfreuen. “
— Martina Wohlthat, NZZ, 05.11.2008