Premiere 29. Mai 2009

(Konzertante Aufführung)
Fervaal
Vincent d'Indy / Action musicale in drei Akten und einem Prolog

Libretto vom Komponisten
nach der Romanze „Axel“ von Esaias Tegnér
Uraufführung 1897 in Brüssel
In französischer Sprache.

Das Stück

Das Werk Richard Wagners und sein ästhetischer Entwurf entwickelten in Frankreich zur Zeit des Fin de siècle eine vielfältig anregende Wirkung auf alle Künste. Besondere Ausprägung gewann das Phänomen des „Wagnérisme“ in der Musik. Französische Komponisten liessen sich nicht nur von Wagners Orchesterklang, sondern ebenso von der Atmosphäre und dem geschichtlichen Hintergrund seiner Opernhandlungen inspirieren. Auch für Frankreich sollte eine würdige Nationaloper gleich dem deutschen „Ring des Nibelungen“ geschaffen werden. In Vincent d’Indys Kelten-Oper „Fervaal“ verschmelzen Wagner-Reize mit französischen Bühnentraditionen der Grand opéra und des Drame lyrique zu einem einzigartigen Monumentalwerk.

In die Oper gingen erzählerische, aber auch kompositorische Elemente von Wagners „Parsifal“, „Tristan und Isolde“ und „Tannhäuser“ ein. Fervaal, ein junger Keltenkrieger, steht vor der Wahl zwischen seiner Berufung zum Führer seines Volkes und seiner Liebe zur Sarazenenprinzessin Guilhen. Die ebenso schöne wie heilkundige Feindin rettete dem schwerverletzten Gefangenen einst das Leben gegen den Widerstand des Druiden Arfagard. Dieser will Fervaal als Krieger für die Wiederherstellung der Macht der Kelten von der Macht der Liebe fernhalten. Wenn Guilhen am Schluss der Oper in den Armen von Fervaal stirbt, ersteht im Licht der aufgehenden Sonne vor den Augen der Kelten und ihres Anführers ein zukünftiges neues, stärkeres und grösseres Vaterland.

Das Stadttheater Bern präsentiert d’Indys Oper Fervaal in seiner Reihe mit Ausgrabungen französischer Musiktheaterwerke und in Zusammenhang mit der ab 18. Juni 2009 laufenden grossen Ausstellung „Kunst der Kelten“ im Historischen Museum Bern.

Vortrag anlässlich der Aufführung von Fervaal
Der französische Wagnerismus und die graue Vorzeit: Kelten und Germanen
Referent: Dr. h. c. Theo Hirsbrunner (Bern)
Eine Veranstaltung der Schweizerischen Musikforschenden Gesellschaft SMG
16. Juni 2009, 18.15 Uhr, Historisches Museum Bern, Eintritt frei

Den Flyer als PDF zum Ausdrucken oder Weiterschicken, finden Sie hier.

Besetzung

Musikalische Leitung: Srboljub Dinić
Choreinstudierung: Alexander Martin

Fervaal, Anführer der Kelten: Rodrigo Orrego
Arfagard, Druide: Philippe Rouillon
Guilhen, Sarazenin: Sophie Fournier
Kaito: Qin Du
Edwig, Chennos: Xavier Rouillon
Ilbert, Ferkemnat, Moussah: Andries Cloete
Gwellkingubar, Geywhir, Berddret: Carlos Esquivel
Penvald, Helwrig: Richard Ackermann
Grympuig, Priester: Carlos Esquivel
Ein Hirt, Ein Barde: Fabrice Dalis
Ein Bote: Robin Adams
1. Bauer: Carlos Esquivel
2. Bauer: Fabrice Dalis
3. Bauer: Robin Adams
4. Bauer: Andries Cloete
5. Bauer: Richard Ackermann
sarazenischer Bauer: Xavier Rouillon, Robin Adams

Chor und Extrachor des Stadttheaters Bern
Berner Symphonieorchester

Pressestimmen

„Mit der grandiosen konzertanten Aufführung von Vincent d´Indys Monumentalwerk ‚Fervaal’ setzt das Berner Stadttheater einer spannenden, erfolgreichen Opernsaison die glanzvolle Krone auf. Chefdirigent und musikalischer Direktor Srboljub Dinic, das Berner Symphonieorchester und der Chor und Extrachor des Stadttheaters sowie herausragende Solisten bescheren dem Publikum einen spannenden, irisierend funkelnden Opernabend. “
— Kaspar Sannemann, art-tv, 01.06.2009

„Derweil sorgt Srboljub Dinic dafür, dass die Koordination trotzdem meist klappt. Mit klarer Zeichengebung und straffen Tempi führt er Chor, Orchester und Solisten sicher durch die unbekannte Partitur. Dabei kann er mehrheitlich auf ein gut disponiertes Ensemble zählen. Besonders Sophie Fournier in der weiblichen Hauptrolle der Guilhen verströmt viel Wohlklang und französisches Flair. “
— Daniel Allenbach, Bund, 02.06.2009

„Das Stadttheater präsentiert die Keltenoper ‚Fervaal’ von Vincent d'lndy in Konzertform als Schweizer Erstaufführung. Ein mystischer Klangmarathon mit ausgezeichneten Solisten. (…) Nun hat das Stadttheater die Oper aus der Versenkung geholt – passend zum Vorsatz, die Berner mit französischen Raritäten zu beglücken, passend auch zur Ausstellung ‚Kunst der Kelten’ im Historischen Museum. “
— Oliver Meier, BZ, 02.06.2009

Vorstellungen

18.06.2009, 19:30–23:15 Uhr, Stadttheater Billette

Mit 2 Pausen