Premiere 25. April 2009
Benjamin Britten /
A Midsummer Night's Dream
Oper in drei Akten
Libretto vom Komponisten und Sir Peter Pears
nach der Komödie von William Shakespeare
Uraufführung 1960 in Aldeburgh
In englischer Sprache. Mit deutschen Übertiteln.
Das Stück
Benjamin Britten sei die eigentliche Personifizierung englischen Musikantentums, befand Ernest Ansermet, zudem „so etwas wie ein britischer Bach, Mozart, Wagner und Mahler in einer Person“. In der Tat gelang es auch ausserhalb der britischen Grenzen keinem Komponisten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, so umfassend und scheinbar mühelos Gleichermassen Weltruhm und Publikumsgunst zu erlangen.
In seiner zehnten Oper wagte sich der Komponist an den literarischen Genius seiner Nation, William Shakespeare. Die Handlung bietet alles auf, was ein Musikdrama braucht: Liebeswahn voll Dramatik, Elfenträume im Reich Oberons, die Rüpelszenen der Handwerker, die Tragikomik des Liebestraums einer Feenkönigin mit einem Eselskopf. Auflodernde Begierden aus unterschiedlichsten Sphären treffen in einer schwülen Juninacht ungewollt aufeinander und richten ein heilloses Durcheinander an.
Die musikalische Sprache hingegen ist poetisch und klar, fast einfach, aber von überragender handwerklicher Meisterschaft. Ihr Ausdruck entsteht durch die farbschillernde Instrumentation und den zurückhaltenden Umgang mit grossen musikalischen Strukturen, die den Text nie überlagern, sondern profilieren. Aber auch kristallklare Koloraturen, harmonisches Klangweben im Elfenreich oder leidenschaftliche Orchestereffekte, mitunter auch als Persiflage, werden nicht ausgespart. Brittens „Sommernachtstraum“ ist eine tiefe und generöse Verbeugung des Komponisten Britten vor dem grössten Dichter seiner Nation.
Kostprobe
Werkeinführung und Probenbesuch
Mittwoch, 15. April 2009, 18.30 Uhr, Foyer des Stadttheaters, Eintritt frei
Oper im Gespräch:
Samstag, 18. April 2009, 16.00 Uhr, Foyer des Stadttheaters, mit Dr. Arne Stollberg (Bern), Eintritt frei
Den Flyer als PDF zum Ausdrucken oder Weiterschicken, finden Sie hier.
Besetzung
Musikalische Leitung: Dorian Keilhack
Inszenierung: Anthony Pilavachi
Bühne, Kostüme: Tatjana Ivschina
Oberon: Robert Expert
Titania: Hélène Le Corre
Puck: Dirk Bach
Theseus: Tomasz Slawinski
Hippolyta: Claude Eichenberger
Lysander: Andries Cloete
Demetrius: Robin Adams
Hermia: Qin Du
Helena: Anne-Florence Marbot
Bottom (Zettel): Carlos Esquivel
Quince (Squenz): Richard Ackermann
Flute (Flaut): Stuart Patterson
Snug (Schnock): Michael Leibundgut
Snout (Schnauz): Xavier Rouillon
Starveling (Schlucker): Erwin Hurni
Kinder- und Jugendchor der Musikschule Köniz
Berner Symphonieorchester
Die Vorstellungen am 25. April und 2. Mai finden im Rahmen
des Musikfestivals Bern 2009 „Vom Himmel“ statt.
Mehr Infos
Pressestimmen
„Frenetisch wurde die von Anthony Pilavachi in Szene gesetzte Oper beklatscht. Dem irischen Regisseur, der zum ersten Mal in Bern inszeniert, ist eine schlichte, aber wirkungsvolle Traum- und Märchenszenerie gelungen.“
— Maria Künzli, BZ, 27.04.2009
„Shakespeares Stoff im lichten Tonkleid: Das Ensemble des Berner Stadttheaters und der TV- Comedy-Star Dirk Bach begeistern mit hochkarätigen Rollenporträts. Anthony Pilavachi bündelt die Kräfte in einer stimmigen Inszenierung, die den Akteuren alles abverlangt.“
— Patrick Fischer, Der Bund, 27.04.2009
„Auch musikalisch ist der Abend exquisit. Hélène Le Corre ist eine koloratursichere Titania, Qin Du eine Mezzowärme verströmende Hermia. Claude Eichenberger (Hippolyta), Tomasz Slawinski (Theseus) und Richard Ackermann (Quince) setzen weitere Akzente im ausgezeichneten Ensemble, dem Anne-Florence Marbot (Helena) mit ihrem geschmeidigen, fokussierten Sopran und ihrer hinreissenden Körperlichkeit noch ein Glanzlicht
zufügt.“
— Georg Rudiger, Die Südostschweiz, 27.04.2009
„Dank der überaus geschlossenen Ensemble-Leistung, präzisem, aber auch die klanglichen Köstlichkeiten der Partitur geniessendem Dirigat von Dorian Keilhack und der schlüssigen, erfrischend modernen, bisweilen frechen Regie gelingt die Quadratur des Kreises: Ein selten gespieltes, schwer zu knackendes Werk erlebt eine zu Recht bejubelte Berner Premiere.“
— Christian Berzins, Solothurner Zeitung, 27.04.2009
„Das Stadttheater Bern verfügt über das hochkarätige Ensemble, welches eine solch darstellerisch frische und glaubhafte Inszenierung überhaupt erst möglich macht. Dirk Bach ist vom ersten Augenblick an ein durch Mimik, Sprache und Gestik überragender, fantastisch witziger Puck, der ohne billigen, anbiedernden Klamauk auskommt. Es ist ein grosses Glück, ihn in dieser Rolle erleben zu dürfen. Doch die Mitglieder und Gäste des Berner Ensembles stehen nicht in seinem Schatten.“
— Kaspar Sannemann, www.art-tv.ch, 27.04.2009
„Wenn man in der Schweiz in dieser an interessanten Aufführungen reichen Saison auch nur eine Opernproduktion gesehen haben muss, dann ist es dieser Midsummer Night’s Dream im Stadttheater Bern. “
— Kaspar Sannemann, www.art-tv.ch, 27.04.2009
Vorstellungen
16.06.2009, 19:30–22:30 Uhr, Stadttheater
19.06.2009, 19:30–22:30 Uhr, Stadttheater