Premiere 1. März 2009

Giuseppe Verdi /
Un Ballo in maschera
Melodramma in drei Akten

Libretto von Antonio Somma nach Eugène Scribes
Textbuch zur Oper „Gustave ou Le Bal masqué“
von Daniel François Esprit Auber
Uraufführung 1859 in Rom
In italienischer Sprache. Mit deutschen Übertiteln.

Das Stück

Ähnlich wie bei „Rigoletto“ hatte sich Giuseppe Verdi auch bei seiner 1859 entstandenen Oper „Ein Maskenball“ ein Thema gewählt, dessen Libretto erst nach zähem Ringen und zahlreichen Änderungen von der Zensur zur Aufführung genehmigt wurde. Hinter dem glamourösen, aber betont harmlosen Operntitel verbirgt sich auch diesmal eine politisch hochbrisante, weil an historische Personen angelehnte Story. Einmal mehr ging es um „Königsmord“ auf offener Bühne, der allerdings tatsächlich in der damaligen Realität nicht selten versucht wurde. Eine Dreiecksgeschichte um Liebe und Eifersucht erhält ihre Brisanz durch die Mitwirkung einer politisch und gesellschaftlich hochstehenden Persönlichkeit, an deren Leben, aber auch an deren Moral und Tugend besonders hohe Massstäbe gelegt wurden – ebenso wie an die ihrer Gattin und Freunde. Wurden diese durchbrochen, wenn auch, wie in der Oper, nur scheinbar, brach gleichzeitig ein Tabu, das – wohlgemerkt durch Oper – die Herrschaftsverhältnisse ins Wanken zu bringen verdächtigt wurde. Ein Vorwurf, dem sich Verdi als „uomo di teatro“ immer wieder ausgesetzt sah. Bereits vorher, mit „Rigoletto“ oder „La Traviata“, hatte der Meister Werke geschaffen, die bis heute ununterbrochen auf den Spielplänen der Opernhäuser der Welt stehen. Dass Partitur und Dramaturgie von „Un Ballo in maschera“ von gänzlich neuer Dichte und kunstvoller Verwobenheit waren, war dem ebenso selbstsicheren wie selbstkritischen Komponisten bewusst. Sein ‚dramma di sentimento’ über die Liebe eines Herrschers zur Gattin seiner Freundes, der ihn aus Eifersucht ermordet, obwohl ihm die Gattin treu blieb, bietet genügend Anlass für Verdis Kunst einer genauen Darstellung der Kraft menschlicher Leidenschaften und Gefühle, die durchaus und in jeder Zeit Welten verändern können.

Kostprobe:
12. Februar 2009, 18.30 Uhr, Foyer des Stadttheaters, Eintritt frei

Oper im Gespräch:
7. März 2009 / 16.00 Uhr, Foyer des Stadttheaters 
mit Prof. Anselm Gerhard, Bern / Eintritt frei

Den Flyer als PDF zum Ausdrucken oder Weiterschicken, finden Sie hier.

Besetzung

Musikalische Leitung: Srboljub Dinić
Inszenierung: Wolf Widder
Bühne, Kostüme: Christoph Wagenknecht
Choreinstudierung: Alexander Martin

Riccardo: Felipe Rojas, Hoyoon Chung, Niclas Oettermann
Renato: Davide Damiani, Seung Gi Jung
Amelia: Gabriela Georgieva, Lianna Haroutounian
Ulrica: Monica Minarelli, Helena Zubanovich
Oscar: Diana Tomsche, Julia Neumann
Silvano: Ivaylo Ivanov
Samuel: Michael Leibundgut
Tom: Pier Dalas
Ein Richter: Mariusz Chrzanowski
Ein Diener: Rolf Scheider

Chor und Extrachor des Stadttheaters Bern
Statisterie des Stadttheaters Bern
Berner Symphonieorchester

Pressestimmen

„Regisseur Wolf Widder und Christoph Wagenknecht (Bühnenbild und Kostüme) halten die klare Linie bis zum Ende konsequent durch. Sie bleiben nahe an Text und Musik, verzichten auf effekthascherische Mätzchen und blutleere Showeffekte. (…) Bei der Premiere am Sonntag wurde die Inszenierung von Wolf Widder frenetisch gefeiert. “
— Maria Künzli, BZ, 03.03.2009

„Mit Giuseppe Verdis Oper ‘Un ballo in maschera’ kam im Stadttheater Bern eine musikalische Delikatesse auf die Bühne. Das Stadttheater präsentiert ein beeindruckendes Sängerensemble, eine bewundernswerte Orchesterleistung und ein stimmiges Ambiente. (…) führt Srboljub Dinic das Berner Symphonieorchester mit Feingefühl für die unzähligen Stimmungswechsel und die orchestralen Finessen. “
— Hanspeter Renggli, Der Bund, 03.03.2009

Vorstellungen

17.06.2009, 19:30–22:15 Uhr, Stadttheater Billette

Besetzung: Haroutounian (Amelia), Zubanovich (Ulrica), Damiani (Renato), Oettermann (Riccardo)

20.06.2009, 19:30–22:15 Uhr, Stadttheater Billette

Besetzung: Haroutounian (Amelia), Minarelli (Ulrica), Damiani (Renato), Oettermann (Riccardo)