Premiere 31. Januar 2009
Richard Strauss /
Der Rosenkavalier
Komödie für Musik in drei Aufzügen
Libretto von Hugo von Hofmannsthal
Uraufführung 1911 in Dresden
Das Stück
„Die Marschallin, Ochs, Octavian, der reiche Faninal und seine Tochter, das ganze Gewebe des Lebens zwischen ihnen, es gehört jener schwebenden, sonderbar erleuchteten Welt: dem Theater, in dem es nun schon eine Weile, und vielleicht noch für eine Weile, sich lebend hält“, sinnierte der Librettist Hugo von Hofmannsthal schon etwas wehmütig über den „Rosenkavalier“. Seine Hoffnungen sind heute weit übertroffen: Richard Strauss’ Oper gehört zu den Glanzstücken des Repertoires, obwohl es sich um Musik des 20. Jahrhunderts handelt.
In Gesprächen zwischen Komponist und Librettist entwickelten sich die Figuren. Inspiriert von der scheinbar guten alten Zeit, von Figuren aus Molièrschen Komödien und alten Genrebildern kristallisierten sich die Spieltypen und ihre Verhaltensweisen heraus: der Alte, der Buffo, der Junge, die Dame, der „Cherubin“, dazu das Gewimmel der kleinen Figuren, der Lakaien, Haushofmeister, des Wirts und Polizeikommissars, alles traditionell anmutend und doch mit durchaus modernen Gefühlen. Ein imaginiertes „Wien in den ersten Jahren der Regierung Maria Theresias“, also um 1740, scheint echt und ist zugleich gänzlich erfunden. Aus einer vergangenen Zeit stammend, aber im 20. Jahrhundert komponiert und uraufgeführt, erweist sich das Werk als Inbegriff von Theater. Das Glück einer aufkeimenden Liebe wird zum Vergrösserungsspiegel für irdische Vergänglichkeit, ein unter Tränen lächelndes melancholisches Nachdenken über die unfassbare Relativität von Zeit als Thema in Kunst und Wissenschaft des beginnenden Jahrhunderts.
Kostprobe
Werkeinführung und Probenbesuch
21. Januar 2009, 18.30 Uhr / Foyer des Stadttheaters
Eintritt frei
Oper im Gespräch
21. Februar 2009, 16 Uhr / Foyer des Stadttheaters
mit Prof. Michael Walter, Graz / Eintritt frei
Einführungsvortrag bei der Volkshochschule Bern VHSBE
24. Februar 2009, 18.00 Uhr / VHSBE
mit Regine Palmai, Leitende Musikdramaturgin Stadttheater
Beitrag zum Rosenkavalier auf art-tv.ch
Den Flyer als PDF zum Ausdrucken oder Weiterschicken, finden Sie hier.
Besetzung
Musikalische Leitung: Srboljub Dinić
Inszenierung: Dieter Kaegi
Bühne, Kostüme: Okarina Peter, Timo Dentler
Choreinstudierung: Alexander Martin
Die Feldmarschallin: Alexandra Coku, Fabienne Jost
Der Baron Ochs auf Lerchenau: Günter Missenhardt
Octavian: Michaela Selinger, Claude Eichenberger, Frances Pappas
Herr von Faninal: Robin Adams
Sophie: Hélène Le Corre
Valzacchi: Andries Cloete
Annina: Qin Du
Ein Sänger: David Sotgiu
Polizeikommissar / Notar: Richard Ackermann
Jungfer Marianne Leitmetzerin: Fabienne Jost, Stephanie Weiss
Der Haushofmeister bei Faninal: Mariusz Chrzanowski
Chor des Stadttheaters Bern
Berner Symphonieorchester
Statisterie des Stadttheaters Bern
Kinderchor Singschule Köniz
Pressestimmen
„Einmal mehr dürfen die Berner stolz sein auf die Leistungen ihres Theaters. Musikalisch und szenisch ein Genuss. Hingehen!“
— art-tv
„Dieter Kaegi hat genau auf den Text gehört, inszeniert mit leichter, spielerischer Hand und lässt doch das Aufblitzen echter Gefühle zu. Es gibt unzählige stimmige Szenen, vom natürlich verspielten Liebesgeplänkel zwischen der Marschallin und ihrem jungen Lover bis zur hinreissenden Travestie des Intrigantenpaares Valzacchi-Annina, auch der Bastard des Ochs, die stumme Rolle des Leopold, wird endlich einmal wichtig genommen…
“
— Kaspar Sannemann, art-tv, 01.02.2009
„Die Ausstatter haben einen beherzten Griff in den Fundus getan und herrlich schräge Kostüme hervorgezaubert, einige durchaus mit Anklängen ans Zeitalter des Rokoko (Sänger, Livreen) andere wiederum – ebenso wunderbar passend – schlicht und einfach geschmacklos (Ochs). So akzentuiert die Inszenierung die Stilbrüche des Stücks mit einer augenzwinkernden Schrillheit, die riesig Spass macht.
“
— Kaspar Sannemann, art-tv, 01.02.2009
„Vier Stunden grosse Oper: ‚Der Rosenkavalier’ im Stadttheater Bern bietet berauschende Musik und spannende Bühnenfiguren. Regisseur Dieter Kägi spielt mit den Zeitebenen und arbeitet mit Projektionsflächen: Aufregend!“
“
— Svend Peternell, BZ, 02.02.2009
„Srboljub Dinic präsentiert gemeinsam mit dem Berner Symphonieorchester eine grossartige Leistung. Die filigrane Vieldeutigkeit dieser Musik, die Hornorgien des ersten, die horrende Virtuosität des dritten Akts, die für die Balance so verzwickt-heiklen Schwebeklänge der hohen Streicher und Holzbläser oder die satten Orchesterklänge (…): Dinic und das Orchester bleiben im Rausch wie in der Zurücknahme brillant und intonationssicher.
“
— Hanspeter Renggli, Der Bund, 02.02.2009
„Und dieser Octavian singt mit einem wunderbar satten Ton, sein Timbre duftet in allen Lagen nach dunkelroten Rosen. Wahrlich ein Glück für Bern, hat Michaela Selinger den Part so rasch übernehmen können. Ein ebenso grosses Glück ist es, wird Octavians Kontrahent, Baron Ochs von Lerchenau, von einem ebenso prächtigen Interpreten verkörpert. Günter Missenhardt kennt die Rolle bis ins kleinste Detail: Selbst der polternden Komik gibt er eine Eleganz.
“
— Christian Berzins, MZ, 02.02.2009
Vorstellungen
Besetzung: Eichenberger (Octavian), Coku (Marschallin), Jost (Leitmetzerin)