Premiere 29. April 2012

Hansjörg Schneider
Looslis Kinder
Uraufführung

Das Stück

Im Umgang mit seinen Kindern spiegelt sich die Zukunft eines Landes. Der Berner Schriftsteller Carl Albert Loosli hatte als Kind am eigenen Leib erfahren, was es heisst, auf der Schattenseite des bürgerlichen Lebens aufzuwachsen. Nach dem Tod der Pflegemutter wurde er administrativ versorgt und lebte in mehreren Erziehungsanstalten. Zeit seines Lebens litt er unter den traumatischen Erlebnissen seiner Jugend und Zeit seines Lebens kämpfte er gegen ein staatliches Fürsorgesystem, das die ihm anvertrauten Kinder zu Opfern machte. Es dauerte aber schliesslich bis in die späten 70er Jahre des letzten Jahrhunderts, bis die Schweiz die Administrative Versorgung aufgab.

Ein Gespräch über das Schicksal der administrativ Versorgten stand am Anfang der Zusammenarbeit mit dem Schweizer Autor Hansjörg Schneider, der mit Looslis Kinder zum ersten Mal seit längerer Zeit wieder für die Bühne schreibt. Entstanden ist eine albtraumhafte Folge von Kinderszenen, die schlaglichtartig erhellen, wie Begriffe wie Ordnung oder Anstand zur Fassade einer bürgerlichen Welt gehören, hinter der ein rigides System von Repression und Unterwerfung herrscht, das von Generation zu Generation weitergegeben wird und auch nach den legendären 68ern noch unterschwellig weiter wirkt.

 

Den Flyer als PDF finden Sie hier.

Besetzung

Pressestimmen

„Dunkler als «Hunkeler»: Schneiders Bühnenstück“
— DRS 2 aktuell, 30.04.2012 (Website)

„«So hat man in meiner Generation Kinder erzogen» Autor Hansjörg Schneider hat für das Stadttheater Bern ein Stück über gewaltvolle Erziehungsmethoden geschrieben, die in der Schweiz nicht lange her sind. «Meine Generation kennt das noch», sagt er. “
— Elisa Häni, DRS 1 , 27.04.2012 (Website)

„Schneider entwickelt in seinem Drama nicht die Handlung einer individuellen Jugendgeschichte, sondern er entwirft eine Vielzahl von Kollektiv-Szenen, die mit einer zupackenden Sprache Willkür, Gewalt und Autoritätsmissbrauch vorführen. In ihrer bildstarken Inszenierung übernimmt Liliana Heimberg dieses Collagenprinzip, wobei die extrem breite Vidmarhalle Bühne die Gleichzeitigkeit verschiedener Schauplätze gestattet. (…) Die jungen Laiendarsteller entpuppen sich als Hauptakteure des Auftragswerks, welches das Stadttheater Bern an Hansjörg Schneider vergeben hat.“
— Beatrice Eichmann-Leutenegger, NZZ , 02.05.2012

„Regisseurin Liliana Heimberg zeigt Gespür für die Vorlage. Dabei gelingt es ihr, die collagierten Kinderszenen in Fluss zu bringen, angesiedelt in einem Einheitsbühnenbild, das selbst wie eine Collage wirkt. Ergebnis ist eine dynamische, körperbetonte Inszenierung, getragen von Ensemblemitgliedern und fast 30 Jugendlichen aus den Theaterclubs des Stadttheaters, die ausgezeichnet spielen. “
— Oliver Meier, Berner Zeitung, 01.05.2012

Vorstellungen

So. 29.04.2012, 18.00 Uhr, Vidmar:1
Mi. 02.05.2012, 19.30–20:50 Uhr, Vidmar:1
So. 13.05.2012, 18.00–19:20 Uhr, Vidmar:1

<<verschoben vom 07.06.2012>>

Sa. 19.05.2012, 19.30–20:50 Uhr, Vidmar:1 Billette
Do. 24.05.2012, 19.30–20:50 Uhr, Vidmar:1 Billette
Sa. 02.06.2012, 19.30–20:50 Uhr, Vidmar:1 Billette

-zum letzten Mal-