Premiere 14. April 2012

Werner Schwab
Die Präsidentinnen

Das Stück

Wenn die Nachbarinnen Erna, Grete und Mariedl in Ernas Küche zusammen sitzen, ist das Leben ein Volksfest. In den Tagträumen, in die sie sich dann gemeinsam hineinsteigern, stehen Verehrer, Liebhaber und Bewunderer Schlange, alle Sorgen um nichtsnutzige Kinder sind vergessen und jede bekommt das, was ihr zusteht. Da wird die bigotte Sparweltmeisterin Erna vom frommen polnischen Metzger Karol Wottila geheiratet und zur angesehenen Geschäftsfrau gemacht, das lustige Luder Grete schiebt mit dem flotten Bauern Freddy eine schnelle Nummer, und für das fleissige Mariedl hat der liebe Gott in den verstopften Toiletten auf dem Festgelände unsachgemäss entsorgten Dosengulasch und Bierflaschen versteckt, die es unter dem Beifall des Pfarrers zutage fördert.

Die Präsidentinnen sind das Erstlingswerk und gleichzeitig das meistgespielte Stück des jung gestorbenen Dramatikers Werner Schwab (1958 – 1994). Längst ist es zum Klassiker geworden, nicht zuletzt wegen seines österreichischen Kunst-Dialekts, der auch als „Schwabisch“ bezeichnet wird. Auf anrührende, schreiend komische, bitterböse Art und Weise erzählt Schwab von den grossen Träumen kleiner Leute und davon, wie Satzungeheuer und Sprachungetüme diese erst erschaffen und dann platzen lassen. Denn als das Mariedl die Lebenslügen ihrer Freundinnen aufdeckt und in ihrer Phantasie deren Kinder ihre Mütter ermorden lässt, muss sie selber dran glauben ...

Vom Altweiberfrühling in die Kleinbürgerhölle - nach dem Emmentaler Wäschestück folgt hier ein ganz anderes Volksstück, in dem ältere Damen die Hauptrolle spielen.

Den Flyer als PDF finden Sie hier.

Besetzung

Inszenierung: Dominik Günther
Bühne, Kostüme: Heike Vollmer
Musik: Michael Frei

Erna: Suzanne Thommen
Grete: Sibylle Brunner
Mariedl: Heidi Maria Glössner

Pressestimmen

„Erna hats mit dem Metzger, ihrem Sohn und ihrer Sparsamkeit. Sie zählt, wie viel Papier der Sprössling beim Geschäft braucht. Suzanne Thomen trägt als würdige Predigerin des Anstands diesen Geizkragen ausgezeichnet. Grete deutet die Welt als verblichene Schönheit und durch die Augen ihres Hundes. Einer ihrer Männer triebs mit, der gemeinsamen Tochter. «Aber man muss ihn halt verstehen», sagt Grete. Sybille Brunner bringt die tristen Lebenserfahrungen des abgehalfterten Vamps schön traurig herüber. Die Klofrau Mariedl schliesslich ist zwar nicht die Gescheiteste. Aber die Berührendste. Am Schluss empfiehlt sie ihren Gegenspielerinnen den «Herrn Jesus Christus, der für uns alle am Kreuz gestorben ist». Heidi Maria Glössner überzeugt in dieser Rolle mit einer Mischung aus Naivität, kindlichem Gottesglauben und frömmelndem Sendungsbewusstsein. “
— Peter Steiger, Berner Zeitung, 16.04.2012

„Mit Sibylle Brunner (Grete), Suzanne Thommen (Erna) und Heidi Maria Glössner (Mariedl) tritt in der Inszenierung des Berner Stadttheaters eine überaus rüstige Seniorinnenriege an. Ein Trüppchen, das in der Stadttheatererfolgsnummer «Altweiberfrühling», der im September nach Zürich exportiert wird, bewiesen hat, dass auch mit dem Tragen von Stützstrümpfen das Leben noch lange nicht vorbei ist. Vielversprechend legt denn auch das flotte Trio im Schaukasten der ramponierten Tapeten und Polstermöbel (Bühne Heike Vollmer) los und löffelt mit gesundem Appetit Schwabs Ursuppe aus Frust, Demütigung und Selbstbetrug aus. Selbstgerecht die Erna, durchtrieben die Grete und verstört das Mariedl. “
— Brigitta Niederhauser, Der Bund, 16.04.2012

Vorstellungen

Sa. 14.04.2012, 19.30 Uhr, Vidmar:1
Fr. 20.04.2012, 19.30–21:00 Uhr, Vidmar:1
Do. 03.05.2012, 19.30–21:00 Uhr, Vidmar:1
Di. 08.05.2012, 19.30–21:00 Uhr, Vidmar:1
Mi. 23.05.2012, 19.30–21:00 Uhr, Vidmar:1 Billette
Fr. 01.06.2012, 19.30–21:00 Uhr, Vidmar:1 Billette
Fr. 08.06.2012, 19.30–21:00 Uhr, Vidmar:1 Billette
Mi. 20.06.2012, 19.30–21:00 Uhr, Vidmar:1 Billette

<<Zusatzvorstellung wegen grosser Nachfrage>>

Do. 21.06.2012, 19.30–21:00 Uhr, Vidmar:1 Billette