Premiere 2. März 2012

Geschichte vom Soldaten
Ein Märchen mit Musik von Igor Strawinsky und Mike Svoboda

Das Stück

Es war einmal ein Soldat, der auf dem Nachhauseweg den Teufel traf. Für ein geheimnisvolles Buch, dessen Lektüre Reichtum verspricht, tauscht er seine Geige ein. Um den Handel perfekt zu machen und dem Teufel das Geigenspiel beizubringen, nimmt er des Teufels Gastfreundschaft an. Statt der vereinbarten drei Tage verbringt er – ohne zu bemerken, wie schnell die Zeit vergeht – drei Jahre in der Fremde in Saus und Braus. Von den Seinen für verschollen erklärt und aus seiner militärischen Anstellung verstossen, irrt er nun durch die Welt. Wiederholt trifft er auf den Teufel, der ihn zunächst zum erfolgreichen Kaufmann macht und ihn dann auf die Spur eines verwünschten Königreichs bringt: Der, der die Prinzessin heilt, erhält sie zur Frau und wird König. Um diese Ehren entbrennt ein Zweikampf zwischen dem Soldaten und dem Teufel, bei welchem die Geige eine entscheidende Rolle spielt.

Dieses russische Märchen, in dem die Frage nach Genuss oder monetärem Erfolg gestellt wird, war die Vorlage für Charles Ferdinand Ramuz’ und Igor Strawinskys Geschichte vom Soldaten. Der fahnenflüchtige Soldat und der Teufel, wie der Märchentitel lautet, steht auch im Zentrum der musikalischen Auseinandersetzung Mike Svobodas mit dem Thema. Mike Svoboda, der mehrere Opern komponiert hat, wird zur Triofassung von Strawinsky (Violine, Klarinette, Klavier) eine eigene Komposition für dieselben Instrumente, sowie für die Stimmen von Soldat, Teufel und Prinzessin schaffen. Philipp Ludwig Stangl fügt der szenischen und musikalischen Ebene eine Bildkomponente hinzu, die mit dem Erfahren von Zeit spielt.

Den Flyer als PDF finden Sie hier.

Besetzung

Inszenierung: Erich Sidler
Komposition und Musikalische Leitung: Mike Svoboda
Bühne, Kostüme: Bettina Latscha
Video: Philipp Ludwig Stangl

Soldat: Diego Valsecchi
Teufel: Christoph Rath
Vorleser: Milva Stark
Gehilfe: Andreas Eggel

Geige: Mirka Scepanovic / Rachel Kisacanin
Klarinette: Heather Roche / Donna Molinari
Klavier: Kirill Zwegintsow / Elisavetha Touliankina

Statisterie des Stadttheaters Bern

Pressestimmen

„Getragen wird die Inszenierung von einem ausdrucksstarken Ensemble: Diego Valsecchi gibt den Soldaten berührend (…). Christoph Rath ist ein charismatischer Teufel, der seine Rolle variantenreich ausgestaltet, ohne sie zu sehr zu karikieren. Die Erzählerin gewinnt in der Berner Inszenierung an Gewicht. Milva Stark sitzt mit am Tisch, wenn Soldat und Teufel Karten spielen, hält dem Soldaten die Geige, während er darauf spielt.“
— Maria Künzli, Berner Zeitung, 05.03.2012

„Skurril und düster: Erich Sidlers letzte Inszenierung als Schauspielchef am Stadttheater Bern überzeugt mit Stilsicherheit und wohldosiertem Trash.“
— Maria Künzli, Berner Zeitung, 05.03.2012

„In diesem flirrenden Reigen um Haben und Sein gelingen dem Regisseur packende Bilder. Dort, wo es allzu bombastisch und grell zu werden droht, erdet die eindringliche Musik von Mike Svoboda das herbe Treiben. Der gebürtige Amerikaner und Professor an der Musikhochschule Basel hat aus Strawinskys Triofassung eine kraftvolle und mit ihren kühnen Dissonanzen kompromisslose Komposition geschaffen. Mit schnörckelloser Klarheit nimmt sie kongenial den zwingend leichten Rhythmus von Mani Matters grossartiger Übersetzung auf.“
— Brigitta Niederhauser, Der Bund, 05.03.2012

„Sidlers «Geschichte vom Soldaten» zeigt nochmals seine Handschrift als Regisseur, zielt doch die Umsetzung auf Reduktion der szenischen Mittel und erlaubt nur in wenigen Momenten eine gewisse Opulenz. Klar und sensibel erscheint diese Inszenierung, die dem Publikum Raum für eigene Assoziationen lässt. (…) Vor beweglichen Spiegelwänden agieren die Schauspieler auf der leeren Bühne: ein famoser Teufel (Christoph Rath), eine agile Vorleserin (Milva Stark) und ein wandlungsfähiger Soldat (Diego Valsecchi).“
— Beatrice Eichmann-Leutenegger, Neue Zürcher Zeitung, 05.03.2012

Vorstellungen

Fr. 02.03.2012, 19.30 Uhr, Vidmar:1
Do. 08.03.2012, 19.30–20:45 Uhr, Vidmar:1
Sa. 17.03.2012, 19.30–20:45 Uhr, Vidmar:1
Do. 22.03.2012, 19.30–20:45 Uhr, Vidmar:1
Mi. 28.03.2012, 19.30–20:45 Uhr, Vidmar:1
So. 15.04.2012, 18.00–19:15 Uhr, Vidmar:1
Fr. 04.05.2012, 19.30–20:45 Uhr, Vidmar:1
Fr. 18.05.2012, 19.30–20:45 Uhr, Vidmar:1 Billette

-zum letzten Mal-