Premiere 18. März 2012

Oliver Kluck
Die Froschfotzenlederfabrik
Schweizer Erstaufführung

Das Stück

Wenn es stimmt, dass die Familie die Keimzelle des Staates ist, dann stinkt hier etwas ganz gewaltig: Mutter ist in den Alkoholismus abgeglitten, nachdem Vater mit dem Geld durchgebrannt war. Jetzt macht er in seiner „Froschfotzenlederfabrik“ ein Vermögen mit der Herstellung von Nazi-Kleidung, die von schlecht bezahlten Näherinnen produziert wird. Die Töchter von Mutter und Vater haben sich seit Jahren nicht mehr gesehen. Die eine ist aus Selbstekel Pornodarstellerin geworden und hat ein Verhältnis mit Mutters behandelndem Arzt. Dieser stammt aus einer Familie von „Flächenbewohnern“, die dumpf und argwöhnisch das Leben des studierten Verwandten aus der Stadt kommentieren. Diesem, weit davon entfernt ein Halbgott in Weiss zu sein, ist die Arbeit längst ein Zuhause geworden, in dem er sich herumplagt mit „dieser elenden Bevölkerung“ aus gewohnheitsmässigen Trinkern, Verkehrsrowdies, Schlägern, Leichtsinnigen.

Der auf der Insel Rügen geborene Oliver Kluck ist einer der interessantesten jüngeren Autoren und wurde zuletzt mit zahlreichen Preisen geehrt. Zum Schreiben ist laut einem Interview mit Deutschlandradio Kultur über das Verfassen von „möglichst wasserdicht formulierten“ Beschwerdebriefen an die Fachhochschule Wismar, wo er ein Ingenieursstudium aufgenommen hatte, gekommen. Ein Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig stellt das Sich-Beschweren auf eine professionelle Basis, und so liest sich auch sein jüngstes Stück als grosse, wütende Beschwerde an Vater Staat, bei dem wie in jeder Familie das finanzielle und moralische Erbe der Väter auf die Kinder kommt.

Den Flyer als PDF finden Sie hier.

Besetzung

Pressestimmen

„Brückels Inszenierung geht immer wieder hart an die Grenze zur Überforderung, und doch bleibt sie stets so locker wie aus dem Handgelenk gespielt.“
— Dani Di Falco, Der Bund, 20.03.2012

„Auf feuchtem Betonboden agierend (Ausstattung Elisa Alessi und Erik Noorlander), traktiert das Ensemble die Zuschauer mit seinen giftigen Wortkaskaden und garstigen Wortspielen. Mit schnellem Sprechtempo und unter grossem Körpereinsatz wechseln die Darsteller virtuos zwischen Erzähler und Figuren.“
— Magdalena Nadolska, Berner Zeitung, 20.03.2012

„«Froschfotzenlederfabrik» am Stadttheater Bern “
— Kaa Linder, DRS 2 aktuell (Website)

Vorstellungen

So. 18.03.2012, 18.00–19:15 Uhr, Vidmar:2
Di. 27.03.2012, 19.30–20:45 Uhr, Vidmar:2
So. 01.04.2012, 18.00–19:15 Uhr, Vidmar:2
Di. 24.04.2012, 19.30–20:45 Uhr, Vidmar:2
Sa. 05.05.2012, 19.30–20:45 Uhr, Vidmar:2

-Podiumsdiskussion im Anschluss
mit Tove Soiland, Philosophin-

Di. 22.05.2012, 19.30–20:45 Uhr, Vidmar:2 Billette

<<Zusatzvorstellung wegen grosser Nachfrage>>