Premiere 15. Oktober 2011

Igor Strawinsky
The Rake's Progress
Oper in drei Akten

Uraufführung 1951 in Venedig

Libretto: Wystan Hugh Auden und Chester Simon Kallman 
Nach William Hogarths Bilderfolge «The Rake’s Progress» (1732/33), kommentiert von Georg Christoph Lichtenberg
In englischer Sprache. Mit deutschen Übertiteln.

Unter dem Patronat 
des Berner Theatervereins BTHV

Hintergründe zur Inszenierung und weitere Informationen finden Sie in unserem Blog.

Das Stück

Strawinskys Oper gehört zu den wenigen Nachkriegsklassikern der Moderne, die sich einen Platz im internationalen Repertoire erworben haben. Der Weltruf des nach der deutschen Besetzung Frankreichs von Paris aus 58-jährig in die USA emigrierten Exilrussen gründet sich auf seine frühen Ballettkompositionen Der Feuervogel, Petruschka und das Skandalstück Le Sacre du printemps.

Als Sujet für sein spätes Musiktheaterwerk in der Sprache seines neuen Heimatlandes wählte er eine nostalgische Vorlage: William Hogarths gleichnamige detailreiche Bilderfolge (1732/33). Strawinskys Librettisten erfanden zu Hogarths ironischen Stichen ein subtiles Libretto: eine fantasmagorische Moritatenfolge und metaphorisch benannte Personen.

Mit einer Erbschaft nimmt Tom Rakewells (rake = Wüstling) Weg ins Unheil seinen Lauf. Abenteuerlust und Leichtlebigkeit machen ihn verführbar für den mephistophelischen Nick Shadow (Old Nick = Teufel), er verlässt seine Liebe Anne Truelove (= treue Liebe) und bringt das Geld in London durch. Ein gewissenloses vergnügungssüchtiges Leben treibt ihn nach dem finanziellen auch in den emotionalen Bankrott – er setzt seine Seele aufs Spiel. Sein vertanes Leben endet im Irrenhaus, wo nur Anne ihn in ungebrochener Liebe beim Sterben begleitet.

„Kammermusik, wie bei Così fan tutte“ schwebte dem Komponisten vor. Strawinskys Musik erzählt in neoklassischen Formen und reichen Farben von Tragödie und Groteske, von Absurdem und Alltäglichem.

Den Flyer als PDF finden Sie hier.

Besetzung

Musikalische Leitung: Srboljub Dinić
Inszenierung: Marc Adam
Bühne: Johannes Leiacker
Kostüme: Pierre Albert
Chor: Bohdan Shved

Vater Trulove: Carlos Esquivel
Anne: Rachel Harnisch
Tom Rakewell: Niclas Oettermann
Nick Shadow: Robin Adams
Mutter Goose: Lisa Wedekind
Die Türkenbab: Claude Eichenberger
Sellem, Auktionator: Andries Cloete
Irrenhauswärter : Pier Dalàs

Chor des Stadttheaters Bern
Berner Symphonieorchester

Pressestimmen

„Zurück am Haus ist die famose Claude Eichenberger, deren Mezzo für die Türkenbaba genau die richtige dunkle Färbung hat. (...). Als Auktionator nutzt der bewährte Andries Cloete eine weitere Chance, sich für grössere Aufgaben zu empfehlen(...). Lisa Wedekind als Mother Goose und Pier Daläs aus dem von Bohdan Shved akkurat getrimmten Chor runden eine Glanzbesetzung ab. “
— Peter König, Der Bund, 17.10.2011

„Adam ist nicht der Versuchung erlegen, das Stück in die Finanzbranche der Neuzeit zu verlegen. Sein Konzept bleibt genügend abstrakt, um das Hauptthema «Liebe vs. Gier» zeitlos und gültig erscheinen zu lassen. “
— Peter König, Der Bund, 17.10.2011

„Robin Adams ist die Partie wie auf den Leib geschrieben. Zur umwerfenden Mimik gesellt sich sein viriler, hier gepflegt, manchmal fast liedartig eingesetzter Bariton. (...) Rachel Harnisch macht die Anne zum ätherischen Gegenentwurf zur Londoner Demi-Monde, mit reiner, heller, höhensicherer und nie forcierter Tongebung. Niclas Oettermann, als Paul in der «Toten Stadt» unvergessen, gibt auch die exponierte und nicht zu unterschätzende Partie des Tom Rakewell mit nie erlahmender Kraft und totalem Einsatz. Rakewell, kein Sympathieträger, hat auch Momente der Reue und der Besinnung, Oettermann gelingt die Gratwanderung überzeugend. “
— Peter König, Der Bund, 17.10.2011

„Srboljub Dinic hat Graben und Bühne straff im Griff, betont mit dem Berner Symphonieorchester das Kammermusikalische, wägt die Tempi sorgsam ab und sorgt für Transparenz und Präzision.“
— Peter König, Tagesanzeiger, 17.10.2011

„Rachel Harnisch wird für ihr Rollendebüt als Anne Trulove zu Recht mit Sonderapplaus bedacht. Mit ihrem schlank geführten Sopran holt sie aus der zerbrechlichen Figur der «wahrhaft Liebenden» eine Fülle von Zwischentönen heraus.“
— Oliver Meier, Berner Zeitung, 17.10.2011

„Wie schon bei seiner letzten Inszenierung (Prokofjews «Liebe zu den drei Orangen» 2010) beweist Marc Adam dabei Sinn für den «Grundton» des Werks, das als Pseudolehrstück weniger auf Identifikation denn auf Reflexion abzielt. “
— Oliver Meier, Berner Zeitung, 17.10.2011

Vorstellungen

Sa. 15.10.2011, 19.30–22:15 Uhr, Stadttheater

mit Einführung 18.45 Uhr, Foyer

Sa. 22.10.2011, 19.30–22:15 Uhr, Stadttheater
Fr. 04.11.2011, 19.30–22:15 Uhr, Stadttheater

Nick Shadow: Kevin Short
Die Türkenbab: Lisa Wedekind
mit Einführung 18.45 Uhr, Foyer

So. 13.11.2011, 18.00–20:45 Uhr, Stadttheater
Di. 22.11.2011, 19.30–22:15 Uhr, Stadttheater

mit Einführung 18.45 Uhr, Foyer

Fr. 25.11.2011, 19.30–22:15 Uhr, Stadttheater

Aufgrund Erkrankung von Rachel Harnisch, Christiane Karg als Anne Trulove

Do. 15.12.2011, 19.30–22:15 Uhr, Stadttheater

mit Einführung 18.45 Uhr, Foyer

Fr. 30.12.2011, 19.30–22:15 Uhr, Stadttheater
Sa. 07.01.2012, 19.30–22:15 Uhr, Stadttheater

-zum vorletzten Mal-

Mi. 18.01.2012, 19.30–22:15 Uhr, Stadttheater

-zum letzten Mal-
mit Einführung 18.45 Uhr, Foyer