Premiere 4. September 2011

Richard Wagner
Der fliegende Holländer
Romantische Oper in drei Aufzügen

Libretto: Richard Wagner
Nach «Aus den Memoiren des Herren von Schnabelewopski» 
aus dem 1. Band (1834) des «Salon» von Heinrich Heine
In deutscher Sprache.

Unter dem Patronat der Freunde des Stadttheaters.

Hintergründe zur Inszenierung und weitere Informationen finden Sie in unserem Blog.

Das Stück

Treue bis in den Tod ist es, was die schwärmerische Senta sich unter der Liebe vorstellt. Aber braucht ein mit den Wassern aller Meere gewaschener Weltenbummler die absolute Treue eines jungen Mädchens, um seinen Seelenfrieden zu finden? Aus Heines Erzählvorlage schuf Wagner ein Werk in Stimmungsnähe zu Novalis und E. T. A. Hoffmann. Sein Fliegender Holländer ist ein Gipfelwerk der deutschen Romantik, die in Utopien und Nachtschwärmereien flüchtet und Frieden nicht in den Konventionen der Gesellschaft, sondern nur im Tod finden kann. Denn zum Sterben braucht der Holländer, ein zu ewiger Heimatlosigkeit Verdammter, ein unseliger Ahasver der Ozeane, Sentas Treueschwur. Sie ist eine von Wagners Frauenfiguren, deren Schicksalsaufgabe allein die Erlösung des fluchbeladenen Mannes ist. Senta muss, um ihm nahe sein zu können, die Gesellschaft verlassen, aus der der Holländer in Ewigkeit ausgestossen ist. Ihre Liebe wird zum Opfer und sie zur Märtyrerin – ihr Entschluss ist jedoch auch ein Weg zu sich selbst.  Eine mutige junge Frau sucht, findet und wählt einen Ausweg aus der Umklammerung ihrer Umwelt – einen Lebenssinn, der über die Heim- und Herdperspektive ihres Vaters hinausgeht und Senta zur modernen, selbstbestimmten Frau wachsen lässt. Für den männlichen Irrfahrer ist der ersehnte Heimathafen eine Frau, für sie ist ein Heimatloser die Erlösung aus ihrer von Fügsamkeit und Gehorsam vorbestimmten Rolle.

Kurs der Volkshochschule Bern zu Mythos, Oper und
Inszenierungskonzeption
Mit: Regine Palmai,  Leitende Musikdramaturgin
Di. / 25. Oktober 2011 / 18.00 Uhr /
Information und Anmeldung über VHSBE

Besetzung

Musikalische Leitung: Srboljub Dinić
Inszenierung: Dieter Kaegi
Bühne, Kostüme: Francis O’Connor
Choreinstudierung: Tarmo Vaask
Chor: Bohdan Shved

Daland, ein Seefahrer: Luciano Batinic
Senta: Mardi Byers, Fabienne Jost
Erik, ein Jäger: Niclas Oettermann
Mary, Sentas Amme: Claude Eichenberger, Marit Sauramo
Der Steuermann: Andries Cloete
Der Holländer: Kevin Short
Ein Mädchen (die junge Senta): Anna Stalder
Luftakrobatin: Janine Eggenberger, Maja Weiller

Chor und Extrachor des Stadttheaters Bern
Berner Symphonieorchester

Pressestimmen

„Kaegi setzt die Handlung über weite Strecken sehr präzise um und zeichnet genaue Beziehungen zwischen den differenziert charakterisierten Figuren. (…) Faszinierend detailgetreu und monumental gestaltet Francis O’Connor die dazugehörigen Bühnenbilder, die von Jacques Battocletti stimmungsvoll ins rechte Licht gerückt werden. Die Fischfabrik, der Wasservorhang, aber auch die beiden Schiffe sind effektvolle Spielorte, die nicht nur technisch zu beeindrucken vermögen, sondern auch viel Stimmung verbreiten.“
— Daniel Allenbach, Der Bund, 06.09.2011

„Eine faszinierende Präsenz entwickelt insbesondere Kevin Short in der Titelrolle. Zurückhaltend und gerade deshalb sehr eindrücklich gestaltet er die Rolle szenisch, zudem scheint sein kraftvoller Bariton keine Grenzen zu kennen. Er vermag sich nicht nur gegen das Orchester durchzusetzen, sondern auch differenziert die Einsamkeit des ruhelos umhersegelnden Aussenseiters auszudrücken. Sehr zurückhaltend geht auch Mardi Byers ihre Rolle als Senta an. Scheu im Umgang mit Mitmenschen und gleichzeitig unglaublich sicher in ihrer Bestimmung, prägt sie diese junge Frau. Ihr Sopran gewinnt im Verlauf des Abends immer stärker an Glanz, sie blüht auf in ihrer selbst gewählten Berufung als treue Erlöserin. “
— Daniel Allenbach , Tagesanzeiger, 06.09.2011

„Die Chöre, einstudiert von Bohdan Shved und Tarmo Vaask, gehören mit zu den musikalischen Glanznummern des Abends. Klangvoll und kompakt gelingen die bekannten Hits, die während des Festes im dritten Bild beinahe zu einer Orgie ausarten und so einen wirkungsvollen Gegenpol zu den intim gestalteten Szenen der grossartigen Solisten bilden.“
— Daniel Allenbach, Der Bund, 06.09.2011

„Zunehmend entwickeln das kompakt musizierende Orchester, der Dirigent und mit ihnen das gesamte Ensemble aber einen wahren Sog. (…) So gerät denn der «Fliegende Holländer» tatsächlich zu einem begeisternden musikalischen und künstlerischen Höhenflug.“
— Daniel Allenbach, Tagesanzeiger, 06.09.2011

„Dieter Kaegi öffnet gleichsam durch Verschmelzung verschiedener Zeitebenen in eine vielschichtige Gleichzeitigkeit einen Assoziationsraum, in welchem der Realismus nicht die einzige Schicht ist. Er tut dies mit atmosphärisch dichten Bildern. Das eindrückliche Bühnenbild mit den in der Vertikale bewegten Schiffsdecks, Unterdecks und Fabrikräumen und seiner Tiefenstaffelung unterstützt dies nach Kräften. Das ist ein «Holländer», der sich einem einprägt, der einen beschäftigt. “
— Alfred Zimmerlin, NZZ, 07.09.2011

„Sehr überzeugend traten der Chor und der Extrachor des Stadttheaters Bern auf (Leitung: Bohdan Shved). Mardi Byers war als Senta darstellerisch hervorragend; sängerisch klangen ihre leiseren Passagen wunderschön (…) Famos der wohlgeformte Bariton des auch mit starker Präsenz spielenden Kevin Short als Holländer. Schon im grossen Duett mit Senta am Schluss des zweiten Aktes war er in Hochform, um dann die Schlussszenen atemberaubend zu gestalten. Sehr schön der Bass von Luciano Batinic (Daland), ebenmässig, kräftig und leicht nasal der Tenor von Niclas Oetermann (Erik), Marit Sauramo unterstrich die zickigen Seiten der Mary, Andries Cloete sang den Steuermann mit seinem hellen, beweglichen Tenor ausgezeichnet und war ein quirliger Darsteller.“
— Alfred Zimmerlin, NZZ, 07.09.2011

„Die Berner Aufführung im Bühnenbild von Francis O'Connor ist auch wegen der Sängerleistungen ein schöner Erfolg. In der Titelpartie gibt Kevin Short einen im buchstäblichen wie im übertragenen Sinn schwarzen Holländer, Mardi Byers singt die Senta packend und expressiv und dabei ungewöhnlich textverständlich. Luciano Batinic ist ein stimmlich klar zeichnender Daland, Niclas Oettermann der zwar forcierende, aber in seiner Rollenzeichnung glaubwürdige Erik. Aufgewertet sind die kleineren Partien der Mary (Marit Sauramo) und des Steuermanns (Andries Cloete). Berechtigter Jubel über eine grossartige Ensembleleistung in einer Opernproduktion, die schon wegen der knappen Ausdehnung von 130 Minuten nicht zuletzt Wagner-Anfängern zu empfehlen ist.“
— Sigfried Schibli, Basler Zeitung, 06.09.2011

Vorstellungen

So. 04.09.2011, 18.00–20:30 Uhr, Stadttheater

Musikalische Leitung: Srboljub Dinic
Senta: Mardi Byers
Mary: Marit Sauramo

Sa. 17.09.2011, 19.30–22:00 Uhr, Stadttheater

Musikalische Leitung: Srboljub Dinic
Senta: Mardi Byers
Mary: Claude Eichenberger

Sa. 24.09.2011, 19.30–22:00 Uhr, Stadttheater

Musikalische Leitung: Srboljub Dinic
Senta: Fabienne Jost
Mary: Marit Sauramo

Fr. 14.10.2011, 19.30–22:00 Uhr, Stadttheater

Musikalische Leitung: Dorian Keilhack
Senta: Mardi Byers
Erik: Paul McNamara
Mary: Marit Sauramo

So. 23.10.2011, 15.00–17:30 Uhr, Stadttheater

mit kostenloser Kinderbetreuung
Musikalische Leitung: Dorian Keilhack                          

Senta: Fabienne Jost
Mary: Marit Sauramo

Sa. 29.10.2011, 19.30–22:00 Uhr, Stadttheater

Musikalische Leitung: Dorian Keilhack
Senta: Fabienne Jost
Mary: Marit Sauramo

So. 06.11.2011, 18.00–20:30 Uhr, Stadttheater

Musikalische Leitung: Srboljub Dinic
Senta: Fabienne Jost
Mary: Marit Sauramo

Mi. 16.11.2011, 19.30–22:00 Uhr, Stadttheater

Musikalische Leitung: Srboljub Dinic
Senta: Fabienne Jost
Mary: Claude Eichenberger

Sa. 19.11.2011, 19.00–21:30 Uhr, Stadttheater

Jubiläums-Operngala der Caritas Bern. Theaterkarten bei der Caritas Bern.
Musikalische Leitung: Srboljub Dinic
Senta: Fabienne Jost
Mary: Claude Eichenberger

Mi. 23.11.2011, 19.30–22:00 Uhr, Stadttheater

Musikalische Leitung: Srboljub Dinic
Senta: Mardi Byers
Mary: Marit Sauramo

Mi. 14.12.2011, 19.30–22:00 Uhr, Stadttheater

Musikalische Leitung: Srboljub Dinic
Senta: Fabienne Jost
Mary: Claude Eichenberger

Sa. 17.12.2011, 19.30–22:00 Uhr, Stadttheater

Musikalische Leitung: Srboljub Dinic
Senta: Fabienne Jost
Mary: Claude Eichenberger

Di. 20.12.2011, 19.30–22:00 Uhr, Stadttheater

Musikalische Leitung: Srboljub Dinic
Senta: Fabienne Jost
Mary: Claude Eichenberger

Mi. 28.12.2011, 19.30–22:00 Uhr, Stadttheater

Musikalische Leitung: Srboljub Dinic
Senta: Fabienne Jost
Mary: Claude Eichenberger

Der Steuermann: Chris Lysack
-zum letzten Mal-