Premiere 26. März 2011

Wiederaufnahme
Hedda Gabler
Von Henrik Ibsen

Das Stück

Ein angesehener Ehemann, eine Villa und ein finanziell sorgloses Leben – so hatte sich Hedda Gabler ihre Zukunft als verheiratete Frau vorgestellt. Dafür liess sie den attraktiven, begabten, aber labilen Lövborg abblitzen und nahm den blassen, fleissigen Tesman zum Mann, der eine gute Partie zu sein versprach. Aus den Flitterwochen zurückgekehrt muss sie nun aber erfahren, dass Lövborg in der Zwischenzeit sein Lotterleben an den Nagel gehängt und ein Aufsehen erregendes Werk geschrieben hat. Plötzlich sind sowohl die Berufung ihres Mannes zum Professor und ihre eigene ökonomische Absicherung unsicher geworden. Heddas Lebensplan war auf Sand gebaut. Aus Wut und Angst läuft sie Amok: demütigt und betrügt ihren Ehemann, hintertreibt aus Eifersucht eine zarte Liebesgeschichte von Lövborg, verbrennt schliesslich sogar dessen zukunftsweisendes Werk und treibt ihn damit zurück in die Sucht und in den Selbstmord. Zuletzt wird sie selbst zur Zielscheibe ihrer Zerstörungswut, denn ihr selbstgebautes Gefängnis kann sie nur sprengen, indem sie sich erschiesst. «So etwas tut man doch nicht», heisst es am Schluss des Stückes: der erschrockene Kommentar einer Gesellschaft, die fassungslos betrachtet, was soziale Abstiegsangst anrichten kann.

Den Flyer als PDF zum Ausdrucken oder Weiterschicken, finden Sie hier.

Besetzung

Inszenierung: Antje Thoms
Bühne: Steffi Wurster
Kostüme: Katharina Meintke

Jörgen Tesman: Diego Valsecchi
Hedda Tesman: Milva Stark
Juliane Tesman: Sabine Martin
Frau Elvsted: Dagny Gioulami
Richter Brack: Stefano Wenk
Ejlert Lövborg: Andri Schenardi

Pressestimmen

„Prägnant gestaltet Milva Stark ihre Figur als attraktive, konsequent unbefriedigte Generalstochter, die ihrem Weltekel Luft verschafft - sei es auf Kosten von Tesmans Hauspantoffeln, sei es auf Kosten zweier Leben.“
— Oliver Meier, Berner Zeitung, 28.03.2011

„Das zynische Intrigenspiel der morbid-todeslüsternen, in ihrem aggressiven Sex-Appeal aber ungemein verführerischen Generalstochter läuft zur grossen Form auf, weil ihre Opfer und Gegenspieler ihr schauspielerisch in nichts nachstehen. So wird Diego Valsecchi als jungenhaft-naiver Jörgen Tesman nicht eine Sekunde an seiner verfehlten Strategie irre, die widerspenstige Geliebte mit historischen Recherchen statt mit seiner physischen Präsenz zu beeindrucken. Lukas Turtur vermittelt der Verfallenheit Ejlert Lövborgs an die unerreichbare Geliebte jenseits aller Larmoyanz etwas berührend Tragisches, während der grossartige Stefano Wenk als Heddas Hausfreund Brack die kumpelhaft-spassige Kameraderie mit der schönen Frau um eine abgründig-diabolische, das Tödliche durchaus einberechnende Dimension zu erweitern vermag.“
— Charles Linsmayer, Der Bund, 28.03.2011

„Die Verachtung für Ehemann Jörgen Tesman (bubenhaft naiv: Diego Valsecchi) ist Hedda Gabler ins Gesicht geschrieben und wenn sie ihn küsst, dann nur, um die Rivalen eifersüchtig zu machen. Eljert Lövborg (Lukas Turtur), der ihr hoffnungslos verfallen ist, treibt sie gnadenlos in den Selbstmord, obwohl sie bei der Verabschiedung des Todgeweihten ungewollt verrät, dass auch sie ihn liebt. Die Beziehung zum locker-smarten Richter Brack (grossartig: Stefano Wenk) ist hinter dem lasziv-erotischen Freundschaftsgetändel von Anfang an ein tödliches Katz-und-Maus-Spiel.“
— Charles Linsmayer, Tagesanzeiger, 28.03.2011

„Amoklauf im Reich der neuen Bürgerlichkeit: Regisseurin Antje 'Thoms verpflanzt Henrik Ibsens Dramaklassiker «Hedda Gabler» überzeugend ins heutige Ambiente einer trendigen Designweit. “
— Oliver Meier, Berner Zeitung, 28.03.2011

Vorstellungen

Di. 20.09.2011, 19.30 Uhr, Vidmar:1
Do. 22.09.2011, 19.30 Uhr, Vidmar:1
Sa. 29.10.2011, 19.30 Uhr, Vidmar:1
Do. 24.11.2011, 19.30 Uhr, Vidmar:1