Premiere 11. Oktober 2011

Wiederaufnahme
worst case
Von Kathrin Röggla

Schweizer Erstaufführung

Das Stück

Wir leben in einer durch die Flut der Medien überinformierten Gesellschaft, die mit den ständigen Katastrophenmeldungen aus aller Welt – einer diffusen Angstmacherei ausgesetzt – selber an den Rand einer Katastrophe gebracht wird. Die im Stück beschriebene Gesellschaft lebt ihren Alltag trotz des Wissens um die sich ständig rund um den Globus ereignenden Katastrophen, unfähig sich zu verhalten, nicht im Stande zu handeln…
In vier Teilen reflektiert Kathrin Röggla den Umgang mit den Unglücksnachrichten und deren Auswirkungen, und dies in einem Distanz schaffenden Konjunktiv: «ob ich wüsste, dass ich die dosis runterschrauben müsse, von zeit zu zeit, die alarmdosis, damit sie noch eine wirkung zeige? die ständige überdosierung habe jedenfalls zur folge, dass ich nur sinkende alarmbereitschaften, sinkende reaktionsbereitschaften erhalte.»
worst case untersucht die Befindlichkeit einer Gesellschaft, die die Katastrophen nicht direkt erlebt, sondern mit einer diffusen Ahnung medial aufgearbeiteter Szenarien umgehen muss. Die Österreicherin Kathrin Röggla verfasst Theatertexte, Hörspiele und Prosa und lebt seit 1992 in Berlin. Sie ist Trägerin zahlreicher Preise, u.a. des Solothurner Literaturpreises im Jahre 2005. Mit worst case zeigt das Stadttheater Bern erstmals ein Stück dieser spannenden Autorin.

Den Flyer als PDF zum Ausdrucken oder Weiterschicken, finden Sie hier.

Besetzung

Pressestimmen

„Und darum geht es in dem Stück der österreichischen Autorin Kathrin Röggla, um die Macht der Sprache: wie sich diese verselbstständigt und von der überprüfbaren Realität löst. Deutlich wird dies auch in einem Kunstgriff der Autorin, indem die Figuren zumeist in der dritten Person und im Konjunktiv von sich selbst reden, in der indirekten Rede.“
— Anne-Sophie Scholl, Berner Zeitung, 11.02.2011

„In relativ freiem Umgang mit dem Original verschachtelt die Inszenierung (Regie:Philipp Becker) die einzelnen Bilder des Stücktextes geschickt aneinander. (…) Gelungen ist auch das Bühnenbild (Elisa Alessi): Das Spiel aus den Publikumsreihen heraus belebt den anspruchsvollen Text. “
— Anne-Sophie Scholl, Berner Zeitung, 11.02.2011

„Es herrscht ein Klima der ständigen, ja fast gierigen Alarmbereitschaft. So wird in Philipp Beckers Inszenierung das Publikum, das vor der kleinen Bühne in den Vidmarhallen auf den Einlass wartet, zunächst von einer Theatermitarbeiterin eindringlich dazu angehalten, die Mobiltelefone eingeschaltet zu lassen: “Bleiben Sie erreichbar!“ “
— Regula Fuchs, Der Bund , 11.02.2011

„Rezension worst case“
— Ellinor Landmann, DRS2 aktuell, 11.02.2011 (Website)

„Kathrin Röggla persifliert glänzend das Vokabular einer Populär-Psychologie. Virtuos setzt sie die Realitätsfremdheit der hysterisch agierenden Figuren sprachlich um, indem sie den Indikativ wegfallen und die Dialoge im Konjunktiv ablaufen lässt.“
— Beatrice Eichmann-Leutenegger, NZZ, 15.02.2011

Vorstellungen

Di. 11.10.2011, 19.30 Uhr, Vidmar:2
Mi. 02.11.2011, 19.30 Uhr, Vidmar:2
Mi. 07.12.2011, 19.30 Uhr, Vidmar:2

-zum letzten Mal-