Premiere 29. November 2011
Wiederaufnahme
Josef und Maria
Von Peter Turrini
Übersetzung in die Mundart von Matto Kämpf
Das Stück
Heiligabend nach Ladenschluss, die letzten Kunden haben das Kaufhaus verlassen. Hier begegnet Maria, die Putzfrau, Josef, dem Mann von der Wach- und Schliessgesellschaft, die beide als vorweihnachtliche Aushilfskräfte ihre Renten aufbessern. Zunächst zögernd erzählen sie einander ihre Wünsche und Träume, gescheiterten und bewahrten Hoffnungen, politischen und privaten Kümmernisse. Komisches mischt sich mit Tragischem, Gegenwart mit Vergangenheit, Härte mit Sentimentalität. Josef und Maria sind zwei einsame Menschen, die einander in einem spontanen, illegalen «Fest der Liebe» etwas von jener Wertschätzung zukommen lassen, die ihnen die Mitwelt versagt, ein älteres Paar an Heiligabend mitten im Luxus eines Kaufhauses: übriggeblieben, lächerlich geworden. Wenn da nicht die Liebe wäre.
«Das Bild, welches die Gesellschaft von alten Menschen hat, wird am wenigsten von den Alten selbst bestimmt. Die Werbung entdeckt sie als ‹spezifische Käuferschicht›, das Fernsehen macht sie zu fröhlichen ‹Senioren›…
Ich möchte Ihnen keine Geschichte ‹über› alte Menschen erzählen, ich möchte Ihnen Geschichten, Erinnerungen, Erzählungen, die ich von alten Menschen gehört habe, weitererzählen», sagt Peter Turrini über sein ungemein er-
folgreiches Stück. Dieses «Weihnachtsmärchen für Erwachsene» wurde vor genau 30 Jahren in Wien uraufgeführt und in 21 Sprachen übersetzt. Wir spielen es erstmals in Bern, erstmals in einer Mundartübersetzung, nach Ladenschluss im Warenhaus Loeb.
Den Flyer als PDF zum Ausdrucken oder Weiterschicken, finden Sie hier.
Besetzung
Inszenierung: Katharina Ramser
Bühne, Kostüme: Stefanie Liniger
Josef: Ernst C. Sigrist
Maria: Suly Röthlisberger
Pressestimmen
„Stimmig hat Katharina Ramser das eineinhalbstündige Drama inszeniert. Sie gestattet Pausen, aber auch Beschleunigungen, bis das Paar endlich die ersten Annäherungen wagt. “
— Beatrice Eichmann-Leuenberger , NZZ, 29.11.2010
„Ernst C. Sigrist und Suly Röthlisberger präsentieren sich überzeugend als Mann und Frau, die sich aus ihrer Abkapselung herausschälen und daher in der schauspielerischen Gestaltung die nötige Verwandlungskraft glaubhaft zeigen müssen. Die kleinsten Schritte dieser Entwicklung, und seien es Tangoschritte, führen sie auf subtile Weise vor. Nach neunzig Spielminuten ereignet sich auch für sie bei vermindertem Licht ein weihnächtliches Wunder mitten in Loebs Bettenherrlichkeit. (…)Für diese sehenswerte Berner Inszenierung hat Matto Kämpf eine kernige Mundartfassung erstellt, die zugleich das Stück aus den österreichischen Verhältnissen in schweizerische, sprich: vor allem bernische, übersetzt. “
— Beatrice Eichmann-Leutenegger, NZZ, 29.11.2010
„So absehbar das Happy End ist, so vielschichtig und vergnüglich ist der Balztanz der beiden Alten. Wie sich Josef und Maria erst ihrer Lebenslügen entledigen, dann ihrer Hemmungen und zu guter Letzt ihrer Kleider, ist ein leiser holpriger Tango zweier Auslaufmodelle, der immer wieder durch allzu heftiges Herzklopfen ins Stocken gerät und nie ins allzu Rührselige kippt. “
— Brigitta Niederhauser, Der Bund, 29.11.2010
„Als standhafter Zinnsoldat der Weltrevolution glänzt Ernst C. Sigrist, der staunend realisieren muss, dass er noch nicht so verhärtet ist, um nicht die Sanftheit teuer Bettlaken und welker Haut zu schätzen.
Über genügend Ecken und Kanten verfügt auch Suly Röthlisberger, die als resolute Maria auftrumpft, die höchstens noch die wahren Geschichten aus den Regenbogenpostillen zum Weinen bringen. “
— Brigitta Niederhauser, Der Bund, 29.11.2010
„Katharina Ramsers Stadttheater-Inszenierung lebt von den Realitätseffekten; die das Warenhaus als Kulisse zu bieten hat. Neben der Rolltreppe wird auch das Modellbett, auf das die ganze Handlung hinausläuft, ins Spiel integriert, und die Protagonisten tragen echte Arbeitskleider aus dem Loeb. “
— Oliver Meier, Berner Zeitung, 29.11.2010
„Suly Röthlisberger und Ernst C. Sigrist zeigen die rührenden Aussenseiter in ihrer Komik, ohne ihnen die Würde zu nehmen und sie ins Karikaturhafte zudrehen. “
— Oliver Meier, Berner Zeitung, 29.11.2010
Vorstellungen
Mi. 30.11.2011, 20.00 Uhr, Warenhaus Loeb
Mo. 05.12.2011, 20.00 Uhr, Warenhaus Loeb
Mi. 07.12.2011, 20.00 Uhr, Warenhaus Loeb
Sa. 10.12.2011, 20.00 Uhr, Warenhaus Loeb
So. 11.12.2011, 19.00 Uhr, Warenhaus Loeb
Mi. 14.12.2011, 20.00–21:30 Uhr, Warenhaus Loeb
Mo. 19.12.2011, 20.00–21:30 Uhr, Warenhaus Loeb
Di. 20.12.2011, 20.00–21:30 Uhr, Warenhaus Loeb
Mi. 21.12.2011, 20.00–21:30 Uhr, Warenhaus Loeb














