Premiere 13. Oktober 2011

Wiederaufnahme
Kaspar Häuser Meer
Von Felicia Zeller

Das Stück

2006 erschütterte die Nachricht von der Leiche eines kleinen Jungen, die im Kühlschrank seiner Eltern gefunden wurde, den deutschen Sozialstaat. In der Folge meldeten die Medien zahlreiche ähnlich geartete Fälle von Kindesmissbrauch, und jedes Mal stellte sich die gleiche Frage: Wo waren eigentlich die Zuständigen, die diese Tragödien hätten verhindern müssen?
In Felicia Zellers Stück – das kein Stück über ein spezifisch deutsches Problem ist – sind Barbara, Silvia und Anika die Zuständigen, die im Jugendamt über die Schicksale von Familien entscheiden. Überforderung und Desillusionierung, private Probleme und eine Flut ständig neuer «Fälle» führen dazu, dass den drei Damen zunehmend die Kontrolle entgleitet. In ihrer Not retten sie sich in eine unnütze, aber Halt gebende Bürokratie und versuchen, weder den Überblick, noch die Hoffnung zu verlieren. Und ihre Klienten, jene auf ganz andere Art überforderten Problemfälle der Gesellschaft, sind gefährdet, als Aktennotiz zwischen den Pappdeckeln eines Ordners zu verschwinden. Felicia Zeller ist es gelungen, ein stimmiges Stück über ein trauriges Thema zu schreiben und dabei trotzdem humorvoll zu bleiben. Kaspar Häuser Meer ist ein Sprechstück, das satirisch-amüsant den todernsten alltäglichen Wahnsinn der Bürokratie abbildet, deren Tragödien sich in den Problembezirken abspielen – und in den Büros der städtischen Verwaltung.

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Besetzung

Inszenierung: Dominik Günther
Bühne, Kostüme: Stefanie Liniger

Babs: Sabine Martin
Silvia: Henriette Cejpek
Anika: Milva Stark

Pressestimmen

„In einem wahnwitzigen Wortschwall gibt Felicia Zeller in ihrem Stück «Kaspar Häuser Meer» den Nöten engagierter Sozialarbeiterinnen Gestalt. Die Aufführung ist eine schauspielerische und inszenatorische Glanzleistung.“
— Anne-Sophie Scholl, Berner Zeitung, 20.09.2010

„Im Zentrum des Stücks «Kaspar Häuser Meer» der deutschen Felicia Zeller steht der vielstimmige Wortschwall. Temporeich, mit minimaler Ausstattung und umso expressiverer Mimik geben die Schauspielerinnen Henriette Cejpek, Sabine Martin und Milva Stark diesen wieder. Kurzweilig, trotz happigem Thema. “
— Anne-Sophie Scholl, Berner Zeitung, 20.09.2010

„Die innere Not der drei Sozialarbeiterinnen ist im Stücktext der deutschen Autorin Felicia Zeller angelegt und findet besonders dort Entsprechung, wo sich Regisseur Dominik Günther auf den Text und die schauspielerische Intensität der drei Pippis verlässt.“
— Lena Rittmeyer, Der Bund, 20.09.2010

„Es geht um Ohnmachtsgefühle in Felicia Zellers Stück «Kaspar Häuser Meer». Es hagelt Sätze, die unvollständig aufeinander fallen, Wortschwalle ohne hörbare Orthografie, immer unterstrichen von rhythmisch wiederholten Beamtengesten wie ein Tippen aufs Handgelenk oder mit den Fingern angedeutete Anführungszeichen.“
— Lena Rittmeyer, Der Bund, 20.09.2010

Vorstellungen

Do. 13.10.2011, 19.30 Uhr, Vidmar:2
So. 13.11.2011, 18.00 Uhr, Vidmar:2
Di. 13.12.2011, 19.30 Uhr, Vidmar:2

-zum letzten Mal-