Velma (Christian Garcia, Mitarbeit Christophe Jaquet)
Velma – das sind Christian Garcia, Christophe Jacquet und Stéphane Vecchione - drei Musiker aus Lausanne, die seit 1997 als Band das Publikum der Musikclubs mit ihrer neuartigen Musik und ihren Konzerten mit Aufführungscharakter verwirren. 1999 haben sie begonnen, ihre Musik noch stärker szenisch zu verarbeiten und haben so den Velma-eigenen Stil hervorgebracht. Velmas Arbeitsweise gründet auf der Idee, dass alle szenischen Elemente grundsätzlich wie Noten einer Partitur arrangiert werden können. Die Elemente des Stücks dienen nicht mehr einer Erzählung oder einem Sinn, sondern einer musikalischen Schrift, die anderen Regeln folgt; Regeln, die Präzision voraussetzen. Diese Elemente werden von Velma jedoch nicht ausschließlich nach musikalischen Kriterien ausgesucht. Vielmehr interessiert es Velma, den Interpretationsraum des Dargebotenen zu öffnen.
Die ersten Konzertperformances Cyclique I&II (Festival des Urbaines, Lausanne 1999, 2000) und Applique (arsenic, Lausanne 2000) erstaunten und faszinierten das Publikum. Mit Rondo (Festival de la Batie, Geneve, 2002) wurden die Untersuchungen des Musikalischen im Theater weitergeführt und Velma Superstar (Grande salle du Metropole, Lausanne (2005) spielte schliesslich mit den Elementen des Show Business und mit den notwendigen Bestandteilen zur Simulation des großen Erfolgs. Für diese Produktion arbeitete Velma mit so genannten Laien zusammen, die bei jedem Gastspiel neu gesucht wurden, um den «szenischen Chor» des Stücks zu bilden. Der Chor funktioniert nicht wie ein normaler Chor, sondern er wird selber musikalisches und szenisches Element des Stücks und Träger einer transdisziplinären Erfahrung für Teilnehmer und Zuschauer. Mit Requiem (Arsenic, Lausanne 2007) kehrt Velma wieder zu einer bekannten musikalischen Form zurück, der Totenmesse. Sie beziehen sich dabei bedingungslos auf die lateinischen Texte sowie die vom Vatikan vorgegebenen Regeln: Communio, Dies irae, etc. Diese Art von Forschungsarbeit fügt unterschiedlichste Elemente zusammen zu einer Art Oper mit einer – wie in allen Arbeiten Velmas – von der Gruppe eigens komponierten Musik.














