Premiere 19. Februar 2010
Das Käthchen von Heilbronn
Ritterspiel von Heinrich von Kleist
Das Stück
Video-Clip zu Käthchen von Heilbronn.
Der Dichter Heinrich von Kleist hat in seinen Stücken stets den Raum zwischen Gefühl und Verstand erkundet und seine Figuren immer wieder in das Zwischenreich des Traumes geschickt, damit sie dort lernen, mit der Realität umzugehen. Mit dem Käthchen von Heilbronn hat er ein irisierendes Märchen geschaffen, das ein romantisches Plädoyer für den Sieg des Gefühls über die Widrigkeiten der Wirklichkeit hält. Denn ein gemeinsamer Traum – was sonst? – verbindet das einfache Mädchen Käthchen mit dem Grafen Wetter vom Strahl. Doch während ihr der Glaube an die nächtliche Vision schier unerschöpfliche Kräfte verleiht und sie mit traumhafter Sicherheit die Zeichen der Liebe erkennt und ihnen folgt, muss er mühsam Vorurteile und Täuschungen überwinden, bis er ahnt, dass dieses merkwürdige Geschöpf, das ihm nicht von den Fersen weicht, seine Bestimmung ist.
Heinrich von Kleist schrieb sein «grosses historisches Ritterspiel» 1807/08 als träumerisch-wunderbares Volksstück, in dem ein visionäres Gefühl, die Liebe, durch das Vertrauen und die Unbeirrbarkeit eines Mädchens Erfüllung findet. Einerseits passiv ihrer Bestimmung hingegeben, erweist sich das Käthchen andererseits gerade durch sein somnambules Handeln als erfolgreich – in einer Zeit des Pragmatismus, wie der heutigen, ein gleichermassen fremder wie hochgradig faszinierender Vorgang.
Den Flyer als PDF zum Ausdrucken oder Weiterschicken, finden Sie hier.
Kostprobe zu Meisterklasse und
Das Käthchen von Heilbronn
Sa. 23. Januar / 16.00 Uhr / Mansarde / Eintritt frei
Besetzung
Inszenierung: Erich Sidler
Bühne: Gregor Müller
Kostüme: Bettina Latscha
Musik: Philipp Ludwig Stangl
Graf Otto von der Flühe, Rat des Kaisers: Ernst C. Sigrist
Wenzel von Nachtheim, Rat des Kaisers: Sebastian Edtbauer
Friedrich Wetter, Graf vom Strahl: Lukas Turtur
Graf Flammberg: Heiner Take
Der Kaiser: Ingo Ospelt
Gräfin Helena, seine Mutter: Sabine Martin
Gottschalk, sein Knecht: Andri Schenardi
Kunigunde von Thurneck: Marianne Hamre
Rosalie, ihre Kammerzofe: Henriette Cejpek
Graf Freiburg: Diego Valsecchi
Rheingraf: Jonathan Loosli
Brigitte: Stefano Wenk
Theobald Friedeborn, Waffenschmied aus Heilbronn: Ingo Ospelt
Käthchen, seine Tochter: Milva Stark
Ritter Wetzlaf: Olivier Bachmann
Köhlerjunge: Beni Kühni
Pressestimmen
„Erich Sidler hat Kleists Drama für die Berner Vidmarhallen ein modernes Styling verpasst. Daher steckt Bettina Latscha das Personal in eine zeitgemässe Garderobe, Gregor Müller bestückt die Bühne mit Glastischen und Lederstühlen. Die schwarzen Wände mit den streng gereihten Türen suggerieren schnell die Atmosphäre eines Unrechtsstaats unserer Zeit, und unbarmherzig bohren sich die Spotlampen ins Auge.“
— Beatrice Eichmann-Leutenegger, NZZ, 22.01.2010
„Sidler inszeniert in einem eindrücklichen Bühnenbild von Gregor Müller… Das Kleist-Stück hat es verdient, dass man es als Festival der Groteske auf die Bühne bringt. Sidler greift denn auch beherzt zu. Seine Figuren sind schräge Typen von heute, die einen interessanten Kontrast zur gewundenen Sprache von vorvorgestern bilden.“
— Peter Steiger , Berner Zeitung, 22.02.2010
„Regisseur Erich Sidler findet zu einem zwingenden und nachhallenden Finale: Dass Käthchen seinen Ritter kriegt, bedeutet nicht unbedingt ein Happy End – das haben schon einige Regisseure vorgeführt. Bodenlos und still ist jedoch das Unglück, das Erich Sidler seinem Käthchen zumutet. Verdammt ist sie in alle Einsamkeit.“
— Brigitta Niederhauser, Der Bund, 22.02.2010
Vorstellungen
25.02.2010, 19.30–22:15 Uhr, Vidmar:1
26.02.2010, 19.30–22:15 Uhr, Vidmar:1
04.03.2010, 19.30–22:15 Uhr, Vidmar:1
13.03.2010, 19.30–22:15 Uhr, Vidmar:1
20.03.2010, 19.30–22:15 Uhr, Vidmar:1
17.04.2010, 19.30 Uhr, Vidmar:1
01.05.2010, 19.30 Uhr, Vidmar:1
02.05.2010, 15.00 Uhr, Vidmar:1
12.05.2010, 19.30 Uhr, Vidmar:1
14.05.2010, 19.30 Uhr, Vidmar:1
10.06.2010, 19.30 Uhr, Vidmar:1
18.06.2010, 19.30 Uhr, Vidmar:1














