Premiere 18. Dezember 2009

Sennentuntschi
Schauspiel von Hansjörg Schneider

Sennentuntschi Videoclip von art-tv hier.

Eine alte Sage liegt dem Skandalstück aus den 70er Jahren zugrunde, bei dem eine Puppe sich für den Missbrauch, der an ihr betrieben wurde, fürchterlich rächt. Sexueller Notstand, Langeweile und ein langer Sommer abseits der Zivilisation sind die Gründe dafür, dass eines Abends drei Älpler in trunkenem Zustand aus einer Weinflasche, einer Mistgabel und einem alten Mantel eine primitive Puppe basteln, mit der sie allerlei obszöne Spässe veranstalten. Zur Überraschung und Freude der Männer verwandelt sich das Sennentuntschi jedoch in eine „echte“ Frau, die brav alles mitmacht, was man von ihr verlangt. Da sie aber mit kaum anderem als niedersten Instinkten konfrontiert wird, agiert sie zunehmend noch roher als ihre drei Spiessgesellen. Deren sexuelle Versklavung ist nur ein Aspekt der Schreckensherrschaft der Puppe. Und als der Alpabzug naht, stellt sich das Problem, wohin mit dem Ding, das längst kein Ding mehr ist… Der Skandal zu diesem Stück ist 35 Jahre alt und heute sicher kein Thema mehr; Inhalt und Form des Stückes hingegen sind spannend wie eh und je.

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Besetzung

Inszenierung: Elias Perrig
Bühne, Kostüme: Beate Fassnacht

Benedikt: Stefano Wenk
Fridolin: Ernst C. Sigrist
Mani: Sebastian Edtbauer
Maria: Milva Stark

Pressestimmen

„Elias Perrig macht in den Vidmar-Hallen aus Hansjörg Schneiders ‚Sennenruntschi’ mit ganz einfachen Mitteln ein Theatererlebnis von eindringlicher Wucht. (…) Das Bühnenbild von Beate Fassnacht reduziert sich auf eine Sennhütte, die im Dunkeln über einem Nebelmeer schwebt, und alles, was das Publikum von der Geschichte erfährt, muss quasi mit dem voyeuristischen Blick eines heimlichen Zeugen durch die Fensterscheiben hindurch wahrgenommen werden. “
— Charles Linsmayer , Der Bund, 21.12.2009

„Elias Perrig erzählt von der Klaustrophobie und Isolation in der Alphütte, indem er das Geschehen in eine kleine Box im leeren Bühnenraum zwängt. Das Publikum bleibt draussen, auf Distanz, und bekommt durch drei Fenster nur Ausschnitte zu sehen. Damit kombiniert Perrig akustische Intimität: Er verstärkt die Stimmen und das Atmen, so dass alles unheimlich nah rückt.“
— Simone von Büren, NZZ am Sonntag, 20.12.2009

„Man hört mehr, als man sieht, doch das reicht – der wahre Horror beim ‚Sennentuntschi’ im Stadttheater Bern entfaltet sich in der Fantasie der Zuschauer. (…) Auf der Bühne ist übers Eck ein Holzchalet aufgebaut. In dessen beengendem Innenraum nimmt die Story ihren verhängnisvollen Lauf. Die Fenster geben dem Publikum den Blick auf das ebenso handfeste wie brutale Geschehen nur partiell frei. “
— Christina Gubler , SonntagsZeitung, 20.12.2009

„(…) zwingt Regisseur Elias Perrig dem Zuschauer die Rolle des nächtlichen Voyeurs auf. Das Stück spielt sich über 90 Minuten konsequent hinter drei Fenstern ab. Fernab der Zivilisation. (…) Das Eskalationspotenzial auf engstem Raum schwelt von Beginn an hinter den Scheiben. (…) Kein traumhafter, aber ein sehenswerter Tod, dort oben, über der Nebelgrenze. “
— Stephan Reuter , Basler Zeitung, 21.12.2009

„Elias Perrig macht den Zuschauer zum Voyeur und führt ihm so die eigene Heuchelei vor. (…) Ernst C. Sigrist als frustrierter, alles verhöhnender Rädelsführer Fridolin, Stefano Wenk als vernünftiger, aber abgründiger Benedikt und Sebastian Edtbauer als naiver Mani – besser kann man nicht spielen.“
— Irene Widmer , Bieler Tagblatt, 21.12.2009

Vorstellungen

18.12.2009, 19.30 Uhr, Vidmar:1
03.01.2010, 18.00–19:30 Uhr, Vidmar:1
06.01.2010, 19.30–21:00 Uhr, Vidmar:1
07.01.2010, 19.30–21:00 Uhr, Vidmar:1
12.01.2010, 19.30–21:00 Uhr, Vidmar:1
13.01.2010, 19.30–21:00 Uhr, Vidmar:1
30.01.2010, 19.30–21:00 Uhr, Vidmar:1
14.02.2010, 18.00–19:30 Uhr, Vidmar:1
24.02.2010, 19.30–21:00 Uhr, Vidmar:1
12.03.2010, 19.30–21:00 Uhr, Vidmar:1 Billette

-LETZTE VORSTELLUNG-