Premiere 25. September 2010
Wiederaufnahme
Der goldene Drache
Schweizer Erstaufführung - Von Roland Schimmelpfennig
Der goldene Drache erhielt eine Einladung zu den Autorentheatertagen Berlin am Deutschen Theater (8.-16. April 2010). Das Stadttheater war zusammen mit renommierten Häusern wie den Kammerspielen München, dem Schauspielhaus Hamburg oder dem Burgtheater Wien als eine der „aufregendsten Inszenierung deutschsprachiger Gegenwartsdramatik“ (DT) vertreten.
Das Stück
Ein Mietshaus in einer grossen Stadt: Unten, in der Küche des China-Vietnam- Thai-Schnellrestaurants «Der goldene Drache» wird zwischen zischenden Gaskochern einem jungen Chinesen ohne Aufenthaltsgenehmigung mit einer Rohrzange ein schmerzender Zahn gezogen. Der Zahn gelangt aus Versehen in die Thai-Suppe, von dort in den Mund einer Stewardess, Stammkundin im Schnellrestaurant, in ihre Manteltasche und später in den Fluss, in den sie ihn wirft. Der junge Chinese verblutet nach der Rohrzangenoperation, wird in einen grossen Drachenteppich gewickelt und in den gleichen Fluss geworfen, wo sein Zahn hinter ihm hertreibt.
Der Tote und der Zahn gelangen so zurück nach Hause, leider ohne die Schwester, die zu finden das Ziel der Reise des Chinesen war. Und dann gibt es noch die kleine Asiatin, die vom Lebensmittelhändler in einem dunklen Zimmerchen gleich neben dem «Goldenen Drachen» gefangen gehalten und an Männer verkauft wird … Als Fantasie auf die Fabel von der fleissigen Ameise und der lustigen, aber faulen Grille hat Roland Schimmelpfennig ein poetisches und berührendes Stück geschrieben. Mit minimalen theatralen Mitteln – fünf Schauspieler spielen unabhängig von Geschlecht und Alter jeder jede Rolle – erzählt es von der Brutalität unserer globalisierten Zeit, in der die Grillen von den Ameisen auf ganze neue Art kolonialisiert werden.
Roland Schimmelpfennig, geboren 1967 in Göttingen, arbeitet seit 1996 als freier Autor und gilt als einer der führenden deutschen Dramatiker.
Den Flyer als PDF zum Ausdrucken oder Weiterschicken, finden Sie hier.
Besetzung
Inszenierung: Matthias Kaschig
Bühne: Stefanie Liniger
Kostüme: Romy Springsguth
Mit: Henriette Cejpek, Milva Stark, Andri Schenardi, Diego Valsecchi, Stefano Wenk
Pressestimmen
„In Roland Schimmelpfennigs neuem Stück ‚Der goldene Drache’ setzen sich scheinbar zusammenhangslose Geschichten zu einem gesellschaftlichen Mikrokosmos zusammen, in dem globale Probleme mit viel Witz und wenig politischer Korrektheit verhandelt werden.
“
— Simone von Büren , Der Bund, 06.11.2009
„Schimmelpfennig, dem momentan erfolgreichsten deutschen Bühnenautor, ist eine rasante, geschickt verstrickte, gesellschaftskritische Tragikomödie gelungen. (…) Das durchgehende, steril-weisse Bühnenbild (Stefanie Liniger) löst überzeugend die schnellen und zahlreichen Szenenwechsel.“
— Alexandra von Arx , Berner Zeitung, 06.11.2009
„Speziell an Matthias Kaschigs Inszenierung ist der Umgang mit der Sprache. Regieanweisungen und Erzähltexte werden sowohl gesprochen als auch dargestellt.(...) Sowieso wird hier fast alles erspielt: Die asiatische Küche etwa entsteht durch das Nachahmen von Hackbewegungen durch schnelle Schläge der flachen Hand auf die Oberschenkel – einfach, aber wirkungsvoll.(...)Es macht Spaß zuzuschauen und man freut sich ständig auf die nächste spielerische Pointe. Zahnlos bleibt an diesem Abend nur der junge Asiate.
“
— Robert Salzer, www.nachtkritik.de, 06.11.2009
„Ausgehend vom Fabelwesen Drachen (...) präsentiert Schimmelpfennig ein Stück über die Welt am Grund asiatischer Kochtöpfe.
“
— Kaa Linder, DRS2akteull, 06.11.2009 (Website)
„Regisseur Matthias Kaschig (32) hat das Stück kurz nach der Wiener Uraufführung in den Berner Vidmarhallen inszeniert. Dass das Setting, ein White Cube ohne Tiefe, dem Trend zur Jürgen-Gosch-Gedächtnisbühne folgt – seis drum. Jedenfalls balanciert das Ensemble gekonnt zwischen Klamauk und Zeitkritik. Und die Zeit verfliegt im Nu.
“
— Stephan Reuter , Basler Zeitung, 06.11.2009
„Schimmelpfennigs bisweilen schrilles, dann wieder poetisches Stück eines Überlebenskampfes lässt alle Emotionen hochfahren. Dennoch wahrt die überzeugende Berner Umsetzung bis zuletzt komödiantische Leichtigkeit.“
— Beatrice Eichmann-Leutenegger , Neue Zürcher Zeitung, 10.11.2009
„Die Schweizer Uraufführung in der Regie von Matthias Kaschig überzeugt durch das harmonische Ensemble und die schlichte Inszenierung.
“
— Sabrina Glanzmann, www.nahaufnahmen.ch, 04.11.2009














