Premiere 4. Dezember 2010

Wiederaufnahme
Hänsel und Gretel
Märchenspiel in drei Bildern von Engelbert Humperdinck

Libretto von Adelheid Wette (geb. Humperdinck)
Nach dem Märchen aus den «Kinder- und Hausmärchen»
von Jacob und Wilhelm Grimm (1810)
Uraufführung 1893 in Weimar

Das Stück

Wie viele Märchen schildert auch Hänsel und Gretel ein Initiationserlebnis –und das ist diese Oper zudem auch für viele spätere Opernliebhaber. Die ganze Familie geht ins Theater und lässt sich gemeinschaftlich von Klängen und Tönen in märchenhafte Zauberwelten entführen.
Engelbert Humperdinck, von Wagner als junger Kapellmeister nach Bayreuth geholt, studierte die Partituren seines grossen Vorbilds genau. Dass er dessen musiktheatralische Aura weg vom Heldenepos in eine Märchenoper adaptierte, sichert ihm vor allen sonstigen Wagner-Epigonen bis heute einen eigenständigen Platz in der Musikgeschichte. Angeregt von Cosima Wagner und durch kindliches Theaterspiel im Haushalt seiner Schwester Adelheid Wette fand der Komponist sein Opernthema. In nicht nur ironischer Anlehnung zu Wagners Parsifal bezeichnete er sein Werk als «Kinderstubenweihfestspiel» und wies darauf hin, dass es sich trotz Erlösungswunders am Schluss keineswegs primär um eine Kleinkinder-Oper handelt. Gegenüber harmlosen Volksliedzitaten wie «Suse, liebe Suse» und «Ein Männlein steht im Walde» steht ein sinfonisch dimensionierter Orchesterapparat, und kein Geringerer als der junge Richard Strauss leitete als Dirigent die Uraufführung.
Musikalische Zentralszenen sind der klanggewaltige Abendsegen, dessen Motive die Oper durchziehen, sowie der Knusperwalzer und ein rasanter Hexenritt. Nach Todesnähe im Zauberwald, Gefahr, Verführung, Mut, List und Hokuspokus steht jedoch wie im Märchen am Ende des Werks die Erlösung aller Lebkuchenkinder.

Ab 6 Jahren.

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Besetzung

Aktuelle Besetzung auf der Spielplan-Seite:
Musikalische Leitung: Roland Böer, Dorian Keilhack
Inszenierung: Dale Duesing
Bühne: Boris Kudlička
Kostüme: Kaspar Glarner
Leitung Kinderchor: Thomas Mattmüller, Franziska Rieder

Hänsel: Claude Eichenberger, Qin Du
Gretel: Hélène Le Corre
Gertrud: Fabienne Jost
Peter: Kristian Paul
Knusperhexe: Fabrice Dalis
Sandmännchen: Anne-Florence Marbot
Taumännchen: Nina Jaksic

Hänsel und Gretel-Kinderchor der Musikschule Köniz
Berner Symphonieorchester

Pressestimmen

„Dale Duesing wischt in der Premiere seiner Berner Inszenierung die sozialromantische Patina von Humperdincks «Hänsel und Gretel» und hüllt die populäre Märchenoper in eine Lebkuchenduftwolke.“
— Der Bund, 26.10.2009

„Was musikalisch unter der Leitung von Roland Böer ertönt, darf sich hören lassen. Claude Eichenberger und Hélène Le Corre meistern ihre delikaten Partien mit reizender Natürlichkeit und zauberhafter Spielfreude.“
— Berner Zeitung, 26.10.2009

„Die Mezzosopranistin Claude Eichenberger und die Sopranistin Hélène Le Corre erfüllen die hell ausgeleuchtete Küche mit sonorem Wohlklang. Die satt timbrierten Stimmenmischen sich wunderbar – auch mit dem luxuriösen Sound aus dem Orchestergraben (Leitung: Roland Böer). Allerdings ist das ganze – trotz der süssen Materie – nie Zuckerguss, sondern dynamisch differenziert und darstellerisch stimmig. Verstärkend wirkt die sängerfreundliche, rhythmisch passgenau auf die Musik abgestimmte Personenführung.“
— Der Bund, 26.10.2009

„Mit gesundem Humor und künstlerischen Feinheiten bringt Dale Duesing die spätromantische Märchenoper Humperdincks zur Weihnachtszeit ins Berner Stadttheater. Mit einer eigenwilligen Hänsel und Gretel-Inszenierung (Bühne Boris Kudlička), einem krachbunten Kochspektakel in einer Backstube der 60er Jahre, bei dem eine rothaarige, impulsiv durchtriebene und üppige Knusperhexe (Fabrice Dalis) dominiert. “
— Der Neue Merker

„Diese Aufführung kann sich absolut hören lassen. Mit jugendfrischen Stimmen und intensivem Spiel überzeugen Claude Eichenberger und Hélène Le Corre als Hänsel und Gretel ebenso wie Fabienne Jost mit klangvollem, höhensicherem Mezzo als Mutter/Gertrud. Als Vater/Peter lässt Kristian Paul einen recht starken und präsenten Bariton hören, der mühelos grosse Töne von sich gibt. Am Pult des souverän disponierten Berner Symphonieorchesters sorgt Roland Böer für die unabdingbaren romantischen Klänge ohne dabei ins Kitschige abzugleiten.“
— Der Neue Merker

Vorstellungen

04.12.2010, 18.00 Uhr, Stadttheater Billette
26.12.2010, 15.00 Uhr, Stadttheater Billette
30.12.2010, 18.00 Uhr, Stadttheater Billette