Jirí Kylián
1947 in Prag geboren, beginnt Jirí Kylián seine Ballettausbildung an der Schule des dortigen Nationaltheaters im Alter von 9 Jahren. Mit 15 Jahren wird er ins Prager Konservatorium aufgenommen, das eine breit gefächerte Ausbildung vermittelt. Ab 1967 kann er sein Studium an der Royal Ballet School in London abrunden. John Cranko holt ihn bereits ein Jahr später als Tänzer zum Stuttgarter Ballett, doch schnell gehört Kyliáns vorrangiges Interesse der Choreographie; nach Werken für das Stuttgarter Ballett folgt 1973 seine erste Kreation für das Nederlands Dans Theater (NDT) in Den Haag. Der entscheidende Durchbruch gelingt Kylián, nun bereits Co-Direktor beim NDT, 1978 mit Sinfonietta (Musik: Leos Janácek). Im selben Jahr wird er zum Künstlerischer Direktor des NDT ernannt, eine Position, die er bis 1999 inne haben wird. Vor allem im Rahmen dieser Zusammenarbeit entwickelt sich Kylián zu einem der einfallsreichsten Choreographen seiner Generation. Kylián baut das Nederlands Dans Theater auch strukturell nach und nach aus. Zusätzlich zu dem bereits existierenden NDT 1 gründet er 1978 NDT II, eine Compagnie für junge Tänzer von 17–22 Jahren; von 1991 bis 2006 gibt es mit NDT III eine Compagnie, die insofern wegweisend ist, da sie erstmals ein Podium für Tänzer über 40 bietet. Ende 2009 wird Jirí Kylián, nach mehr als 70 Werken, die er für NDT geschaffen hat, auch seine Tätigkeit als Hauschoreograph beenden, um sich neuen Projekten zuzuwenden. Kyliáns Kreationen sind heute weltweit im Repertoire von mehr als 80 Compagnien. Für sein Werk wird er mehrfach ausgezeichnet. Er erhält u.a. den Sonia-Gaskell-Preis, 1998 den Prix Benois de la Danse (Moskau) und (gemeinsam mit dem NDT) drei Nijinsky-Preise in Monte-Carlo sowie 2000 den Lawrence Olivier Award für herausragende Leistungen im Tanz; in New York wird er Ehrendoktor an der Juilliard School. 1995 schließlich wird ihm einer der höchsten Ehrentitel der Niederlande verliehen, indem man ihn zum „Officier in de Orde van Oranje-Nassau“ ernennt.














